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Jan 31 2018

AfD oje …

Foto: Hans Hahn

Hans Hahn

Während ich das schreibe, überlege ich, ob es nicht wichtigere Themen in dieser Zeit gibt: Trump, rechtsradikale Umtriebe, Antisemitismus…

Aber mir scheint, dass alles irgendwie zusammenhängt. Was ist los in Deutschland, in Europa, im Nahen Osten? Menschen, welche vor Krieg und Armut geflüchtet sind, verbrennen in Deutschland israelische Fahnen. Um nicht falsch verstanden zu werden: Anders als Frau Knobloch bin ich der Meinung, dass Israel für sein völkerrechtswidriges Verhalten durchaus kritisiert werden kann, ja muss. Wer sich nicht an UN-Beschlüsse hält, der verabschiedet sich aus der Völkergemeinschaft.

Das ändert aber nichts daran, dass wir aufgrund unserer grauenhaften Geschichte ein besonderes Verhältnis zu Israel pflegen müssen. Unsere Schuld vergeht nicht, wenn in Israel eine falsche Politik gemacht wird. Und auch in Israel selbst gibt es ja genug Kritik an Netanjahus Politik. Es gibt dort eine Friedensbewegung und viele Juden haben arabische Freunde und unterstützen sie.

Antisemitismus muss (nicht nur) in Deutschland ein Tabu, eine No-Go-Area sein und bleiben. Und Araber können ja keine Antisemiten sein, sind sie doch selbst Semiten. Glaubt man der Bibel, so heißt der gemeinsame Urvater Abraham. Tausende Jahre lebten Juden und Araber in Palästina friedlich nebeneinander.

Woher kommt der aufsteigende Nationalismus bei uns und unseren östlichen Nachbarn? Die Europäische Union ist doch nach den schrecklichen Kriegen auf unserem Kontinent ein Geschenk der Geschichte. Glauben die Menschen in Polen oder Ungarn, ihre kleinen Länder könnten allein im Kapitalismus bestehen, umgeben von wirtschaftlichen Riesen wie China, die USA und auch Deutschland? Aber andererseits, Reisende soll man nicht aufhalten. Wer raus will, der soll auch raus können, so wie die Briten. Allerdings muss dann auch der Brüsseler Geldhahn zugedreht werden. »Wasch mir den Pelz, aber mach mich nicht nass«, das funktioniert nicht.

Zurück zur AfD. Ursprünglich war das eine »Professoren-Partei«. Herr Prof. Bernd Luke u. a. wollten aus der gemeinsamen Währung Euro aussteigen. Dabei war es nicht zuletzt diese Währung, welche Deutschland zum »Export-Weltmeister« gemacht hat. Wäre es bei der nationalen Währung DM geblieben, wären deutsche Waren viel zu teuer für den Export gewesen. So aber konnten in Deutschland auch ArbeitnehmerInnen einen bescheidenen Wohlstand erreichen. Wie es denen geht, kann jedoch den Herren Professoren egal sein, erhalten sie ihre üppigen Vergütungen doch aus Steuermitteln, erarbeitet durch die dummen ArbeitnehmerInnen. Dazu passen auch die Adligen Frau von Storch (Prinzessin von Thüringen!) oder Frau von Sayn-Wittgenstein, die wohl gern die alten Zeiten wieder hätten, in denen der Adel noch das Sagen hatte.

Nachdem sich die AfD immer mehr zur nationalistisch-rassistischen Partei à la Höcke entwickelte, haben sich die Herren Professoren vornehm zurückgezogen. Inzwischen ist ja sogar das langjährige Gesicht der Partei, Frau Petry, ausgetreten.

Wer wählt AfD und warum? Sind es wirklich Wähler, welche nur den sog. etablierten Parteien ein Zeichen setzen wollten, wie oft behauptet wird? Aus langjährigen Untersuchungen der Friedrich-Ebert-Stiftung wissen wir, dass es einen Bodensatz von bis zu 15 % unverbesserlicher Nazis gibt. Das erklärt aber nicht die Entwicklung bei unseren östlichen Nachbarn. Ist das gefährlich, was sich da in der rechten Ecke Deutschlands und Europas ansammelt? Ja, wenn wir nicht aufpassen und unsere liberale, offene Gesellschaft verteidigen. Deshalb an dieser Stelle ein herzliches Dankeschön an alle AsylhelferInnen bei uns und überall.

Es heißt auch weiterhin aufpassen und jeder antiliberalen, antidemokratischen, ausländerfeindlichen Entwicklung entschieden entgegenzutreten.

Hans Hahn

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