«

»

Aug 31 2017

Ammergebirge ist nationalparkwürdig!

Wanderung durchs Ammergebirge – dieser Bergmischwald ist einzigartig! (Foto: Landtagsfraktion der Grünen)

Förderverein will einen weiteren bayerischen Nationalpark in unserer Region

Der Förderverein Nationalpark Ammergebirge e. V. setzt sich seit Jahren in vielfältiger Weise für die Verwirklichung eines weiteren bayerischen Nationalparks in unserer Region ein. Nachdem Ministerpräsident Seehofer im letzten Jahr völlig überraschend einen weiteren bayerischen Nationalpark angekündigt hatte, gab es zunächst auch Hoffnung für einen Nationalpark Ammergebirge.

Von diesen Hoffnungen ist aktuell nicht mehr viel übrig geblieben. Obwohl das Vorschlagsgebiet aus fachlicher Sicht bestens geeignet wäre, kommt das Ammergebirge in der Vorschlagsliste für den dritten bayerischen Nationalpark nicht vor. Angeblich, so wird argumentiert, gebe es keinen entsprechenden Antrag bzw. keine gesellschaftlich relevanten Gruppierungen, die einen solchen Nationalpark befürworten. Das Angebot zu einem Dialogverfahren sei von der Region nicht aufgegriffen worden.

Da stellt sich dann die Frage, wie man gesellschaftlich relevante Gruppen definiert und wer denn »die Region« ist? Wenn man darunter ausschließlich die eigenen CSU-Parteigänger, eventuell noch ein paar Freie Wähler und die durch permanente Fehlinformationen aufgehetzten Waldbauern und Rechtler versteht, dann stimmt es allerdings. Nicht zu vergessen auch die Befehlsempfänger in den Bayerischen Staatsforsten, wo man meint um jeden Festmeter Holz kämpfen zu müssen, um das Säckel des Finanzministers damit füllen zu können.

Fakt ist aber auch, dass es Parteien, Verbände, Lokalpolitiker, Hoteliers und Umweltvereine in der Region gibt, die das Anliegen des Fördervereins aktiv unterstützen. Doch von denen will man in München nichts wissen.

Hubert Endhardt, Hans Schütz und Ludwig Hartmann im Ammergebirge (Foto: Landtagsfraktion der Grünen)

Eine der unterstützenden Parteien sind die Grünen aus Oberbayern. So hat sich im Juni bei einer viertägigen Wandertour durch das Ammergebirge Ludwig Hartmann, der Fraktionsvorsitzende der Grünen im Bayerischen Landtag, zusammen mit Landtagsabgeordneten, Fraktionsmitarbeitern und Kreisräten aus dem Ostallgäu und Weilheim-Schongau von Experten wie dem Fördervereinsvorsitzenden Hubert Endhardt und dem Vorstandsmitglied Dr. Hans Ehrhardt über die Besonderheiten und die damit verbundene fachliche Eignung des Gebietsvorschlags Ammergebirge umfassend informieren lassen.

Gemeinsam erkundeten die Teilnehmer bei umfangreichen Wanderungen die ökologische und geologische Bedeutung der Gebirgszüge und erörterten die Perspektiven eines zweiten Nationalparks in den Bayerischen Alpen. Fazit von Ludwig Hartmann: „Das Ammergebirge ist eine sehr vielfältige, naturnahe Gebirgslandschaft mit einem deutschlandweit einzigartigen Bergmischwald, die noch dazu von nur zwei asphaltierten Straßen durchkreuzt wird: das ist nationalparkwürdig!“
Im Rahmen dieser Erkundung kam es auch zu zwei Gesprächsrunden in Füssen und in Garmisch-Partenkirchen mit Nationalparkbefürwortern und Vertretern aus Tourismus, Gastronomie und Hotellerie. Die ebenfalls zur Diskussion eingeladenen Nationalparkgegner und Weiderechtler zogen ihre Zusagen kurzfristig wieder zurück und blieben den Diskussionsrunden leider fern.

Kein Privatwaldbesitzer muss Abstriche machen

Selbstverständlich wurden neben den Vorteilen auch Bedenken und mögliche Problembereiche angesprochen. Zusammenfassend erklärte Hubert Endhardt: „Abgesehen vom Eibsee ist das ganze Vorschlagsgebiet komplett Staatseigentum. Kein Privatwaldbesitzer muss bei seinem Eigentum und seinen Rechten Abstriche machen. Wir alle würden von einem Nationalpark profitieren. Es wäre eine einmalige Chance, die wir besser früher als später nutzen sollten.“

Diese Einschätzung unterstützte auch Andreas Eggensberger vom Biohotel Eggensberger am Hopfensee, der sich für einen sanften und naturbezogenen Tourismus stark machte. „Ein Nationalpark Ammergebirge ist ein wichtiger Baustein, um die Region zum Vorreiter in Sachen naturnaher Urlaubserlebnisse und nachhaltiger Erholung zu machen“, erklärte er den interessierten Teilnehmern.

Hans Schütz, Peiting

 

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Bitte bleiben Sie sachlich. Beiträge mit beleidigenden oder herabwürdigenden Inhalten oder Aufrufen zu Straftaten werden ebenso gelöscht wie solche, die keinen Bezug zum Thema haben. Ein Anspruch auf Veröffentlichung besteht nicht!

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>