«

»

Jun 30 2012

Burnout durch Mobilfunkstrahlung

Burnout Titelbild

Ausgebrannt? – Auf der Suche nach Ursachen … (Bild: Jürgen Müller)

Anke Kern

Anke Kern

In öffentlichen Diskussionen, in Beiträgen in Rundfunk und Fernsehen, den bürgerlichen Leitmedien bis hin zu medizinischen Fachzeitschriften, in denen es um das Thema »Burnout« geht, findet der lange schon bekannte Krankmacher und Dauerstressor »Mobilfunk«, der jeden Einzelnen von uns betrifft, leider bisher keine Erwähnung.

Was könnten die Gründe sein, wenn ein Mensch sich körperlich und seelisch „ausgebrannt“ fühlt und ihm die Kraft fehlt, die beruflichen und privaten Lebensaufgaben zu bewältigen? Wer über Studien und Erfahrungsberichte zum Thema Mobilfunk informiert ist, kann sich einen möglichen Weg erklären, wie z. B. folgenden: Schlafstörungen – Veränderung der Hormone Melatonin und Serotonin (Depressionen, Immunstörungen, verminderte Krebsabwehr …) – Auswirkungen auf die zelluläre Atmungskette (die Zelle hat zu wenig Energie) – Geldrollenphänomen (Sauerstoffmangel) – Dauerstress-Zustand (signifikantes Ansteigen der Stresshormone) = Burnout …

Hier einige wenige Beispiele aus der überaus umfangreichen Literatur, die jedem Bürger zur Verfügung steht. Es geht nicht um „Geheimwissen“, um keine „Glaubensangelegenheit“, um keine „Meinung“, sondern um medizinische und wissenschaftliche Tatsachen, mit denen sich bis heute kaum jemand ernsthaft auseinander setzen möchte. (Eine ausführlichere Ausarbeitung mit Quellenangaben zu diesem Thema finden Sie unter: www.mcskempten.de)

Schlafstörungen

„Schlaflosigkeit, ein Haupt- und Leitsymptom bei allen Exponierten…“, so der Münchner Mediziner Dr. med. Hans-Christoph Scheiner in seinem Buch „Mobilfunk – die verkaufte Gesundheit“.[1]

Bereits im Jahr 1932 berichtete Prof. Dr. E. Schliephake in der Deutschen Medizinischen Wochenschrift über die sogenannte »Funkfrequenzkrankheit«: „Personen, die sich längere Zeit in der Nähe elektrisch schlecht abgeschirmter Sender aufhalten, zeigen Symptome einer typischen vegetativen Störung (Kopfschmerz, Übelkeit, Schlafstörung, Depressionen und anderes).“[2]

Die Sichtung der russischsprachigen Fachliteratur der ehemaligen UdSSR seit 1948 zu Langzeituntersuchungen (mehr als 10 Jahre) von Menschen unter Einfluss von EMF ergab die typischen Erscheinungen des Mikrowellen-Syndroms, u. a. auch Tagesmüdigkeit und Schlaflosigkeit.[3]

Im Jahr 2000 wurde der Arzt und Epidemiologe Prof. Dr. med. Rainer Frentzel-Beyme mit einer Studie in Flachsmeer beauftragt. Die Ostfriesen in Flachsmeer gingen im Jahr 2000 auf die „Barrikaden“, nachdem die Anwohner eines dort errichteten Mobilfunksendeturms merkwürdige Dinge beobachten konnten. Schlafstörungen fielen besonders auf. Eine Machbarkeitsstudie wurde entworfen. Nur die Fa. Mannesmann (heute Vodafone GmbH) machte nicht mit: Sie weigerte sich, den Funkmasten für 12 Nächte abzustellen…[4]

Der französische Wissenschaftler Dr. Roger Santini untersuchte in Frankreich die gesundheitlichen Auswirkungen der Dauer- Mobilfunkstrahlung auf Anwohner um Mobilfunksendemasten. Die Hauptsymptome waren Müdigkeit und Schlafstörungen. Seine Arbeit wurde 2003 veröffentlicht.[5] Aus seinen Untersuchungen resultierte ein Buch, das er gemeinsam mit 3 weiteren Wissenschaftskollegen veröffentlichte: „Ihr GSM, Ihre Gesundheit, Man lügt Sie an!“[6]

Eine der aktuelleren Untersuchungen wurde in der Fachzeitschrift „Umwelt-Medizin-Gesellschaft“ 2/2010 veröffentlicht: Selbitz-Studie „Spezifische Symptome und Mobilfunkstrahlung in Selbitz (Bayern) – Evidenz für eine Dosiswirkungsbeziehung“ von Eger/Jahn. Die Hauptsymptome der Anwohner der Mobilfunk-Basisstation: Schlafstörungen, Depressionen, Infekte, Hautveränderungen, Herz-Kreislaufbeschwerden und einiges mehr.[7]

Veränderung der Hormone – Melatonin und Serotonin

Über die negative Veränderung des Hormons Melatonin durch elektrische, magnetische und elektromagnetische Felder wird in der Literatur schon seit 1980 berichtet. Internationale Studien haben belegt, dass unter dem Einfluss von EMF/HF durch Mobilfunkstrahlung sich das Melatonin im Rahmen von Untersuchungen an Tieren und Menschen deutlich verringert.[8] Der frühere ORF-Redakteur Wolfgang Hingst schreibt in seinem 1999 erschienenen Buch „Handy-Fieber“ auch ber Melatonin. Er erwähnt die Untersuchungen des deutschen Zoologen Peter Semm, der zum ersten Mal 1980 mit einer Arbeitsgruppe der Uni Mainz die Auswirkungen von Magnetfeldern auf die Zellen der Zirbeldrüse nachgewiesen hat. Zahlreiche Untersuchungen folgten. „Aber alle diese bahnbrechenden Arbeiten blieben ohne Wirkung bei den für den Schutz des Menschen vor schädlicher Strahlung Verantwortlichen.“[9] Herr Hingst berichtet ebenfalls von den nachdrücklichen Hinweisen Semms, dass die Melatoninsynthese durch hochfrequente elektromagnetische Felder (Mobilfunk: Handy & Co.) beeinflusst wird und dass das Thema Melatonin zu einem „zentralen Punkt“ der Forschung gemacht werden sollte. Erstaunlich ist, dass Semm diese Aussagen schon 1994 im Rahmen eines Gutachtens für das hessische Ministerium für Jugend, Familie und Gesundheit, Frankfurt, gemacht hat.[10]

Auswirkungen auf die zelluläre Atmungskette – Die Zelle hat zu wenig Energie

Die Broschre „Zellen im Strahlenstress“ stellt zahlreiche Informationen mit wissenschaftlichen Quellen über die Auswirkungen der Mobilfunkstrahlung auf Zellen zur Verfügung. Fazit: Elektromagnetische Strahlung stört massiv die Energieproduktion …[11] Energiemangel – eines der Symptome von Burnout-Patienten.

Die Verklumpung der roten Blutkörperchen

„Eine dreiminütige Exposition durch Mobilfunkwellen, wie sie beim Handy- und DECT-Telefonieren oder nahe an Mobilfunk-Basisstationen auftreten, reicht, um das Blutbild zu verändern. Die roten Blutkörperchen kleben danach wie magnetisch angezogen zusammen, wie in einem Geldrollenpaket. Dadurch sind sie in ihrer Funktion eingeschränkt und der Sauerstofftransport ist vermindert. Wenn solche Blutkörperchen-Zusammenballungen in feine Gefäßverästelungen gelangen, kann das Probleme geben bis zur Verstopfung, zum Infarkt oder zur Thrombose.“[12] Zu wenig Sauerstoff kann Müdigkeit verursachen.

Zwei Abiturienten eines Baden-Württembergischen Gymnasiums widmeten sich 2 Jahre lang im Rahmen von »Jugend forscht« einer wissenschaftlichen Arbeit, die 2005 regional den 1. Preis für Biologie in Freiburg erhielt und landesweit den Umweltpreis in Stuttgart. Sie belegten, dass 20 Sekunden Handytelefonat ausreichte, um die roten Blutkörperchen zum Verklumpen zu bringen.[13]

Stressreaktionen des Körpers aufgrund von Mobilfunkstrahlung

Der Journalist, Baubiologie-Experte und Sachverständige für Öko-Test, Wolfgang Maes, nennt sein Buch ganz passend: „Stress durch Strom und Strahlung“. Unter dem Kapitel „Stress durch elektromagnetische Funkwellen (Hochfrequenz)“ liefert er auf mehr als 300 Seiten viele Informationen zum Thema Handy & Co.

Das Ecolog-Institut war vor mehr als 10 Jahren im Auftrag der TELEKOM tätig. Aufgabe war eine umfangreiche Risikobewertung. Ergebnis: „Beeinträchtigungen des Immunsystems sind vielfach nachgewiesen. Es ist nicht auszuschließen, dass Mobilfunkfelder krebsfördernde Wirkung haben, also dass Krebs sich im Einfluss der Felder schneller entwickelt und fataler verläuft als normalerweise. Es wurde nachgewiesen, dass vermehrt Stresshormone ausgeschüttet werden mit allen Konsequenzen, die das haben kann. Es gibt Störungen vieler Zellfunktionen, was besonders bedenklich stimmt.“[14]

Die EU-weite sogenannte REFLEX-Studie wies die Gentoxizität nach und sorgte damit für großes Aufsehen. Dieser Studie entstammt das folgende Zitat zum Thema Stress: „Nach ersten Ergebnissen wissen wir sicher, dass es unter Hochfrequenzfeldern zu Schäden an der DNA kommt und Stressproteine produziert werden.“ (Prof. Dr. Kolb, Leiter des Institutes für Biophysik an der Uni Hannover, beteiligt am EU-Projekt »REFLEX «, März 2003)[15]

Prof. Dr. Karl Hecht wurde 1996 vom Bundesinstitut für Telekommunikation (heute Bundesnetzagentur) damit beauftragt, die umfangreiche russischsprachige Fachliteratur der Jahre 1960 bis 1996 zur Thematik Biologische Wirkungen elektromagnetischer Felder im Frequenzbereich 0 – 3 GHz auf den Menschen auszuwerten. Prof. Hecht wertete die Unterlagen aus und teilte die Gesundheitsstörungen in drei Phasen auf. Nach einer Expositionszeit von mehr als 5 Jahren konnte bei vielen Menschen ein Erschöpfungssyndrom festgestellt werden. Das moderne Wort, heute in aller Munde: Burnout.[16] Die alarmierenden Ergebnisse dieser Studie wurden von der Bundesregierung nie veröffentlicht. Anfang April 2012 wurde diese Studie von der Kompetenzinitiative zum Schutz von Mensch, Umwelt und Demokratie e.V.“ als Heft Nr. 6 veröffentlicht.[17]

Die Fachzeitschrift »Umwelt, Medizin, Gesundheit« veröffentlichte im Januar 2011 das Ergebnis der »Rimbach-Studie«, einer Langzeituntersuchung an 60 Personen nach Installation eines Funkmasten.[18] „Diagnose Funk“ (www.diagnose-funk.org) interviewte im Frühsommer 2011 einen der leitenden Ärzte.[19] Ergebnis: Signifikante Verringerung von Serotonin und signifikantes Ansteigen der Stresshormone Adrenalin und Noradrenalin. Die Autoren betonen, dass es sich hier um nichtbeeinflussbare Parameter handelt. Je nach Konstitution und Vorbelastung ist nach einer gewissen Zeit unter dieser Dauerstress-Situation durch Mobilfunk das biologische System des Menschen erschöpft, ausgebrannt …

Anke Kern
Kempten, den 21. Mai 2012

 

 

Quellenangaben / Hinweise

   (↵ zurück zum Text)
  1. Scheiner, Dr. med. Hans-Christoph u. Ana (2006): Mobilfunk – die verkaufte Gesundheit; Michaels Verlag; S. 85.
  2. Schliephake, PD Dr. E. (1932): Dt. med. Wochenschrift, 5. August 1932, S. 1235 ff.; zitiert in: Reiter, R. Meteorobiologie und Elektrizität der Atmosphäre, Akademische Verlagsgesellschaft Geest & Portig K.-G., 1960.
  3. Hecht, Prof. Dr. med. Karl (2009): Warum Grenzwerte schädigen, nicht schützen – aber aufrechterhalten werden. Beweise eines wissenschaftlichen Skandals; Wirkungen des Mobil- und Kommunikationsfunks; Eine Schriftenreihe der Kompetenzinitiative zum Schutz von Mensch, Umwelt und Demokratie e.V., Heft 4, S. 15
  4. Frentzel-Beyme, Prof. Dr. med. Rainer (2007): Generation Handy…grenzenlos im Netz verführt; Hrsg. Heike- Solweig Bleuel, Röhrig Universitätsverlag, S. 38 ff.
  5. Santini, R. u.a. (2202): Study of the health of people living in the vicinity of mobile phone base stations; In: Pathol. Biol Vol. 50, S. 369-73.
  6. Gautier, Dr. R.; Le Ruz, Dr. P.; Oberhausen, Prof. D., Santini, Dr. R. (2004): Votre GSM, Votre Sante, On vous ment!“; Collection Resurgence, Médicine & Environnement; www.mobilfunkstudien.org/studien-chronologisch/2003/santini-r-santini-p-le-ruz-p-danze-jm-seigne-m.php
  7. www.mobilfunkstudien.org/assets/umg_eger-jahn_selbitz-studie.pdf
  8. Scheiner, Dr . med. H.-C. u. A. (2006): Mobilfunk, die verkaufte Gesundheit; Michaels Verlag; S. 132 ff.
  9. Hingst, Wolfgang (1999): Handy-Fieber; Promedia, S. 110 f.
  10. s.o., S. 111
  11. www.der-mast-muss-weg.de/pdf/Broschueren/Flyer_Zellbroschuere.pdf, S. 35
  12. Petersohn, Dr. med. Hans-Joachim, Resümee seiner Blutuntersuchungen mit dem Dunkelfeldmikroskop; Focus-TV 25. Mai 1997
  13. www.maes.de/7 HANDYS/maes.de HANDY GELDROLLEN.PDF
  14. Ecolog-Institut, Dr. H.P. Neitzke, umfangreichste Risikobewertung weltweiter Forschungsergebnisse im Telekom-Auftrag; ARD-Fernsehsendung „Plusminus“, Mai 2001; Seite 19 siehe PDF: www.maes.de/7 HANDYS/maes.de ZITATE HANDY.PDF
  15. www.diagnose-funk.org/aktuell/zitate/zitate-zu-gesundheit/index.php
  16. Hecht, Prof. Dr. med. Karl (2009): Erläuterung siehe Fußnote 3, Heft 4, S. 16 f.
  17. www.kompetenzinitiative.net/publikationen/pressemitteilungen/langzeitwirkungen-elektromagnetischer-felder.html
  18. www.mobilfunkstudien.org/assets/umg_buchner-eger_rimbach-studie.pdf
  19. info.diagnose-funk.org/downloads/df_kompakt_2011-06.pdf

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>