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Okt 31 2017

»Die alte Buche leidet«

Foto: Buche

Durch die Baumkrone kann man jetzt – anders als früher – hindurchschauen. Die vor Jahren noch gleichmäßige Herbstverfärbung ist nur punktuell vorhanden. Auf dem Farbfoto ist dies klar erkennbar.

Seit mehr als 17 Jahren sehe ich sie jeden Tag von meinem Platz aus an unserem Esstisch. Als wir hierher zogen, habe ich mich sehr über diese wunderschöne, große, alte Buche gefreut, habe ihre üppige Krone bewundert, habe beobachtet, wie sie sich im Lauf der Jahreszeiten verwandelte.

Seit einigen Jahren hat sich ihr Aussehen dramatisch verändert. Jedes Mal, wenn ich sie anschaue, leide ich mit ihr. Ich kann gar nicht mehr genau sagen, wann es anfing. In den letzten vier Jahren jedoch, nach dem Ausbau der LTE-Mobilfunknetze, ging die Veränderung mit unglaublicher Geschwindigkeit voran. Im frühen Herbst sah ich fast runde Bereiche, in denen die Baumkrone wie verbrannt wirkte. Während der Rest des Baumes noch grün war. Der untere, funkgeschützte Bereich sowieso. Im Frühjahr habe ich an genau den Stellen das erste Grün gesehen. Das sah merkwürdig aus, weil der Rest des Baumes so kahl war. Nun, nach vier Jahren LTE, ist die Krone löchrig und dort, wo sie löchrig ist, sind die Äste verdorrt und ich vermute, dass die Buche bald gefällt wird, wie fast alle Bäume, die zwischen einem Funkmasten und unserem Haus standen und von Jahr zu Jahr kränker und ausgedörrter aussahen. So, wie die Menschen mittlerweile… Denn da, wo die Bäume krank werden, werden auch die Menschen krank.

2006 machte mich eine im Umweltschutz sehr engagierte Ärztin auf die Baumschäden aufmerksam. Seit dieser Zeit beobachte ich die Veränderung von Bäumen, insbesondere denen um mich herum und überall dort, wo Mobilfunk-Sendetürme die Landschaft verschandeln. Da ich seit 15 Jahren mit meinen Hunden immer dieselben Strecken entlang gehe, kann ich die Veränderung von Jahr zu Jahr ganz besonders gut beobachten. Vor allen Dingen, weil ich noch zu den Menschen gehöre, die während ihres Spaziergangs nicht auf ihr SmartPhone-Display glotzen, sondern die Natur wahrnehmen.

Ich frage mich schon seit Langem, warum die (angeblichen) Naturliebhaber und Umweltschützer von diesem Thema nichts wissen wollen. Warum keine Umweltschutzverbände von den Auswirkungen auf die Natur durch Mobilfunkstrahlung etwas wissen möchten, obwohl sie informiert worden sind. Wo haben die Menschen ihre Augen? Sind sie im Strahlenmeer erblindet und können diese dramatische Veränderung an den Bäumen, die Lebewesen sind, nicht erkennen? Oder weil der Preis, den wir für diese Art des Fortschritts, des Fortschreitens vom Leben im Einklang mit der Natur, für sie in Ordnung ist?

Foto: Anke Kern

Anke Kern

Jetzt im Herbst kann man die unnatürlichen Veränderungen an Bäumen ganz besonders gut z. B. hieran erkennen: Ein Teil des Baumes ist noch ganz grün, in der Mitte ein Teil, der ganz rot ist. Merkwürdig, wie verbrannt aussehende »Nester« in den Kronen. An anderen Orten ist die gleiche Baumart Mitte September noch ganz grün und im Saft stehend, während an Orten in der Nähe von Funkanlagen der »Herbst« schon weit fortgeschritten ist. Es gibt kaum noch schöne, gleichmäßig bunte Verfärbungen, sondern die Bäume sehen aus wie verdörrt, verbrannt und merkwürdig ungleichmäßig verfärbt.

Die Initiative von Wissenschaftlern und Ärzten, die »Kompetenzinitiative e. V.«, informiert im Rahmen ihres sehr wertvollen Newsletters und über ihre Internetseite auch über Baumschäden durch Mobilfunkstrahlung: Ein Schweizer Fachmagazin hat sich in diesem Jahr mit dieser Art der Baumschäden beschäftigt1, ebenso auch die Bayerische Staatszeitung2. Unter der Rubrik »Publikationen – Forschungsberichte« stehen gleich mehrere Ausarbeitungen zur Verfügung. Wer wissen möchte, kann sich Wissen aneignen.

Anke Kern, Kempten

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