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Jun 30 2012

Dr.-Leonhard-Zill-Platz bei Heilig-Geist-Kirche

Hart erkämpfter Beschluss des Stadtrats mit 14 : 9 Stimmen

Antragsteller Georg Huber nach Jahren doch noch Erfolgreich!

Was sich hier wie eine Provinzposse anhört, geht noch weit darüber hinaus. Seit mehreren Jahren bemüht sich der Antragsteller Georg Huber, dem ehemaligen Schongauer Stadtpfarrer Dr. Zill, der von 1825 bis 1906 gelebt hat, aufgrund seiner Verdienste eine Ehrung zukommen zu lassen. Auf dem namenlosen Platz mit Brunnen südlich der Heilig-Geist-Kirche könne man doch ein Schild anbringen und der Aufwand sei relativ gering, so Huber. Frau Götz, die Verwalterin von Dr. Zills Nachlass, sei damit auch einverstanden. Als Abgeordneter im Bayerischen Landtag setzte sich Dr. Zill erfolgreich für die Errichtung der Eisenbahnlinie Landsberg-Schongau ein. Er war Ehrenbürger von Schongau und bekam auch überörtliche Ehrungen und Auszeichnungen. Ein Dokument mit Handschrift und Signatur von Papst Leo XIII unterstreicht seine Bedeutung. Zudem war er u. a. auch noch Buchautor und verfasste mehrere theologische Schriften.

Nachdem das beim Bürgermeister mehrfach mündlich vorgetragene Anliegen keine Wirkung zeigte, beantragte Huber am 15. August 2011 in einem sehr detaillierten Schreiben nochmals die Ehrung von Stadtpfarrer Dr. Zill „vielleicht noch im 105. Todesjahr“.

Am 11. Oktober 2011 wurde dann der Fall Dr. Zill völlig unverständlicherweise in nichtöffentlicher Sitzung behandelt. Hauptakteur bei dieser Sitzung war Kreisheimatpfleger und CSU-Stadtrat Schmidbauer, der dem erstaunten Gremium einen völlig neuen Vorschlag präsentierte. Jetzt sollte plötzlich das Schild für Dr. Zill wegen seiner Verdienste um die berufliche Schulbildung auf einer Wiese bzw. einem Parkplatz neben der Berufsschule aufgestellt werden. Irgendwie entstand in der Sitzung der Eindruck, dies beruhe auf neuen Erkenntnissen und sei mit dem Antragsteller abgesprochen. Doch es war völlig anders.

CSU-Stadtrat Schmidbauer plaudert ungeniert aus nichtöffentlicher Sitzung

Etwa einen Monat später, im November 2011, erfuhr Antragsteller Huber bei einer zufälligen Begegnung mit dem Kreisheimatpfleger, was da in nichtöffentlicher Sitzung diskutiert und beschlossen wurde … und fiel aus allen Wolken! Die Indiskretionen brachten weitere Missverständnisse (soll etwa die Berufsschule Dr. Zill-Schule werden?) mit sich. Erneut schrieb Antragsteller Huber einen Brief, in dem er wiederum auf seinen Antrag verwies und dieses seltsame, geheime Vorgehen deutlich kritisierte. Ende Mai wurde schließlich doch noch in öffentlicher Sitzung im Sinne des Antragstellers entschieden.

Siegfried Müller, Stadtrat

1 Ping

  1. Wie Bürgerbeteiligung behindert werden kann » OHA

    […] Mitteilung steht aber sieben(!) Monate nach seiner Antragstellung immer noch aus.) – Bekanntlich (siehe Juni-OHA) findet dann alles doch noch ein gutes Ende. In einer öffentlichen Ratssitzung wird Hubers […]

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