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Mai 31 2011

Eindrücke während meines Besuchs in Honduras im April 2011 (39)

Seit über 10 Jahren konzentriert sich HEKS* in seiner Projektarbeit in Honduras auf den Süden des Landes. In ausgewählten Gemeinden der drei Departemente Choluteca, Valle und Franzisco Morazán werden Projekte zur Verbesserung der Ernährungssicherheit unterstützt. Zusätzlich ist geplant, Projekte zur Stärkung der Zivilgesellschaft, zur Verteidigung der Menschenrechte und zur Förderung von Jugendlichen auszubauen.

Erneut hatten wir Gelegenheit, Gemeinden im Süden des Landes zu besuchen. Eigentlich wäre es eine Region mit ausgezeichneten Möglichkeiten für den Anbau von Nahrungsmitteln. Trotz Hanglagen und steinigen Böden ist die Erde fruchtbar, und es fällt auch genügend Wasser, wohl aber unregelmäßig. Die kleinbäuerliche Landwirtschaft zur Selbstversorgung und für den lokalen Markt wird seit Jahren vernachlässigt. Großgrundbesitz und ungeklärte Besitzverhältnisse erschweren das Leben der Kleinbauernfamilien.

Eindrucksvoll ist, wie in den Dörfern gearbeitet wird, um in Zukunft dem Boden mehr und gesunde Nahrungsmittel abringen zu können.

Kleinbauernfamilien der Willkür ausgesetzt

Anfang April besuchten wir die Gemeinde Zacate Grande. Hier unterstützt HEKS* seit 2010 die lokale Organisation ADEPZA. Die Organisation wurde vor gut 10 Jahren gegründet mit dem Ziel, sich gegenseitig zu unterstützen und gemeinsam Initiativen zur Verbesserung der Existenzsicherheit anzupacken und zu realisieren. Das Leben ist hart, die Böden steinig, aber mit angepasster Bewirtschaftung können gute Erträge bei Mais und Bohnen erzielt werden. Auch für den Anbau von Früchten sind die Bedingungen gut. Was uns bei den Gesprächen aufgefallen ist: auch wenn das Leben in diesen Dörfern anspruchsvoll und hart ist – die Menschen wollen hier bleiben. „Wo sollten wir sonst leben? In die Stadt abwandern oder in die USA? Wir wollen hier bleiben und uns mit unseren eigenen Händen ernähren können.“

ANAFAE

ANAFAE, die Partnerorganisation von HEKS und Bfa, setzt sich ein für die Erhaltung von lokalem Saatgut

Seit Jahren stehen die Kleinbauernfamilien im Konflikt mit Miguel Facusée, einem der wohlhabendsten Männer in Honduras. Obwohl die Familien seit Generationen hier leben und das Land bebauen, erhebt Facusée Anspruch auf die Halbinsel Zacate Grande. (…) Die Kleinbauernfamilien werden beschuldigt, unberechtigt Land besetzt zu halten, die Natur zu zerstören und dem Staat Steuern zu unterschlagen. (…)

In den letzten Monaten kam es erneut zu Anschlägen auf einzelne Mitglieder der Gemeinde. Immer häufiger tauchen auch unbekannte Bewaffnete auf, die im Dienst von Facusée stehen. Anfang April 2011 wurde ein Haftbefehl wegen illegaler Landbesetzung gegen Pedro Canales, den Präsidenten von ADEPZA, und sieben weitere Personen der Gemeinde erlassen. Miguel Facusée hat große Pläne für diese Region: er will einen Tourismuskomplex mit Hotels erstellen, mitten in den wunderschönen Mangrovenwäldern. (…)

* HEKS = Hilfswerk Evangelischer Kirchen Schweiz

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