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Okt 31 2014

Mobilfunkstrahlung und das verdrängte Krebsrisiko

Foto: Anke Kern

Anke Kern

„Vor wenigen Wochen veröffentlichte die ‚International Agency for Research on Cancer‘ (IARC), eine Expertengruppe der Weltgesundheitsorganisation (WHO), die neuesten Daten zur Entwicklung der Krebserkrankungen. Demnach wird eine Steigerung der Zahl der Krebstoten um mehr als fünfzig Prozent in den nächsten 20 Jahren erwartet.“ Mit diesen Worten lädt die Europäische Akademie für Umweltmedizin zu dem internationalen Kongress »Onkologie und klinische Umweltmedizin« vom 10. bis 12. Oktober 2014 nach Würzburg ein.

Bei der Diskussion um die zahlreichen möglichen Ursachen wird eine ganz wesentliche und relativ neue Umweltnoxe ausgeklammert, als wäre sie ein gesamtgesellschaftliches Tabu: Der enorme Anstieg der technisch erzeugten, gepulsten elektromagnetischen Felder unserer heutigen Mikrowellen-Kommunikationstechnologien. Zu bedenken ist hier, dass sich Umweltnoxen nicht addieren, sondern potenzieren.

Gibt es einen Zusammenhang von Krebserkrankungen und Mobilfunkstrahlung? Unsere Grenzwerte schützen unsere Gesundheit, so wird uns immer wieder vermittelt. Es gebe keine wissenschaftlichen Beweise, heißt es. Auch die Schüler in den Schulen dürfen dies seit vielen Jahren lernen. Dank der guten Zusammenarbeit unserer Behörden, bis hin zu den Kultusministerien, mit der Lobby-Organisation der Mobilfunk-Betreiber.

Aber schützen unsere Grenzwerte wirklich? Gibt es keine Belege der Schädlichkeit? „Die Strahlungswerte der Mobilfunknetze liegen zwar unter den Grenzwerten, aber diese Grenzwerte orientieren sich nicht an der Gesundheit“, so Prof. Dr.-Ing. Günter Käs, Radarexperte der Bundeswehruniversität Neubiberg im Jahr 2000. Nein? An was denn sonst? Viele Wissenschaftler weltweit, bis hin zu politischen  Gremien, machten in den letzten Jahrzehnten klare Aussagen über die gesundheitlichen Auswirkungen gepulster Mikrowellen, auch über den Zusammenhang mit Krebs. Der Journalist, Baubiologie- und Ökotestexperte Wolfgang Maes stellt auf seiner Internetseite mehrere hundert von ihnen zur Verfügung. Wer sie gelesen hat, weiß, dass man uns nicht die Wahrheit erzählt.

Seit Jahren wird die sogar vom zuständigen Ausschuss des Europarates geforderte Vorsorge-Politik auch in der BRD verweigert. Wieso? Da könnte man fast auf „dumme Gedanken“ kommen … Vor allen Dingen, wenn man weiß, dass die Technologie mit gepulsten Mikrowellen vom Militär und Geheimdienst kommt, wo die öffentlich bestrittenen athermischen Effekte erfolgreich „getestet“ worden sind. Mit Leistungsflussdichten weit unterhalb der heute geltenden Grenzwerte. Eine Fülle von aufschlussreichen Informationen hierüber kann man im Kapitel „Sonderbare Fälle: Vom Umgang mit der Wissenschaft“ im Buch »Mobilfunk – Ein Freilandversuch am Menschen« der Journalisten Grasberger und Kotteder nachlesen. Unsere politisch Verantwortlichen können dies offenbar nicht. Sie sehen keinen Handlungsbedarf. Eines der dort vorgestellten Beispiele: 22 Jahre lang, von 1953 bis 1975, während der Zeit des kalten Krieges, wurde die Moskauer Botschaft der USA mit gepulsten Mikrowellen unterhalb der Grenzwerte von den Russen bestrahlt. Die Haupt-Todesursache der Botschaftsangehörigen war Krebs … Nun werden wir alle bestrahlt.

Aber wollen die  Nutzer der Risikotechnologie Mobilfunk selbst wirklich über die Risiken informiert werden? So gut wie jeder hat Zugang zu den Informationen. Hören sie nicht lieber weg und machen sich lustig über Warner?

Man fordert weitere Forschung, obwohl ausreichend Wissen vorhanden ist. Gleichzeitig wird vom Staat kaum Geld für Grundlagenforschung zur Verfügung gestellt, die der Branche mehr oder weniger selbst überlassen wird. Eine überaus wichtige Forschungsarbeit zu Krebs stellt die REFLEX-Studie, die 2004 veröffentlicht wurde, dar. Sie fand an 12 Forschungsinstituten in 7 EU-Ländern statt und wurde durch die EU finanziert. Man forschte im Rahmen der GSM-Generation, der Vorgänger-Technologie von UMTS. Mit ihr konnte man telefonieren und SMS verschicken. Mit UMTS begann die Übertragung von Daten, Bildern und Filmen. Ein Ergebnis der Studie war die herausgefundene Schädigung an der menschlichen Erbsubstanz durch GSM-Strahlung. Schäden der DNA, wie bei radioaktiver und Röntgenstrahlung, gehen i.d.R. einer Krebserkrankung voraus. Das war ein brisantes und für die Branche gefährliches Ergebnis, das jedoch mittlerweile mehrfach weltweit bestätigt worden ist. Zu der Durchführung der bei der EU beantragten Fortsetzungsstudie mit UMTS,  bei der die Wissenschaftler einen noch klareren Beleg über die Schädigung der menschlichen Erbsubstanz vermuteten, kam es nicht mehr. Es wurde parallel zur Antragstellung 2008 eine Geschichte in Gang gebracht, die die Forschungsergebnisse bequem entsorgen sollte. Die Medien spielten erwartungsgemäß mit. Der Öffentlichkeit wurde mitgeteilt, dass es Fälschungen im Rahmen der REFLEX-Studie an der Uni Wien gegeben haben soll. Dass sich dies nicht bewahrheitet hat, wurde verschwiegen. Eine Richtigstellung erfolgte bis heute nicht. Der Antrag auf Fortsetzung des Forschungsprojektes mit UMTS wurde von der EU abgelehnt. Wer profitierte hiervon? Die Dokumentation dieser Geschehnisse ist in Heft 5 der Kompetenzinitiative zum Schutz von Mensch, Umwelt und Demokratie e.V. („Strahlenschutz im Widerspruch zur Wissenschaft“), das online zur Verfügung steht, zu lesen.

Es gäbe in der Zwischenzeit viele solcher Geschichten zu erzählen. Aber wer würde sie hören wollen? Die Menschen, die meinen, ohne ihr Smartphone nicht mehr leben zu können? Oder Ärzte, die glauben, ohne ein Handy ihren Beruf nicht mehr ausüben zu können und die sich seit Jahren von der Mobilfunk-Lobby von der Wahrheit „fort-bilden“ lassen, zertifiziert von den jeweiligen Landesärztekammern?

2011 wurde ein britischer Dokumentarfilm veröffentlicht: „Resonance – Beings of Frequency“, der in englischer Sprache im Internet zu finden ist. Von der gelenkten Wissenschaft bis hin zu erkrankten Menschen durch Mobilfunk berichtet dieser. Eine Frau erzählt von ihrer Brustkrebserkrankung, durch die sie herausgefunden hat, dass seit der Installation eines Mobilfunk-Senders in ihrem kleinen, idyllischen Wohngebiet auch zahlreiche ihrer Nachbarn an Krebs erkrankt waren. Ein merkwürdiger Zufall? Wenn es nicht weitere solcher Zufälle weltweit geben würde, u.a. auch die Naila-Studie, die ein erhöhtes Krebsrisiko für Anwohner um Mobilfunksendemasten herum aufgezeigt hat.

Im Film »Der Handy-Krieg« des Filmemachers Scheidsteger, auch vollständig im Internet zu sehen, kommt eine junge Frau zu Wort, die ihren Mann aufgrund eines handybedingten Gehirn-Tumors verloren hat. Sie sagt unter Tränen, dass sie niemandem wünsche, zu erleben, wie man Stück für Stück einen geliebten Menschen auf diese Weise verliert …

Im Frühjahr 2011 nun, viele Jahre überfällig, stufte die WHO Mobilfunkstrahlung als „möglicherweise krebserregend“ ein. In die gleiche Kategorie wie z. B. zahlreiche krebsverdächtige Substanzen und Schwermetalle. Hat dies die Menschen aufhorchen lassen? Kaufen nun weniger Eltern ihren Kindern Handys? Es scheint nicht so zu sein. Die Medien haben die Warnung heruntergespielt und mit Kaffeekonsum verglichen. Ist es wirklich das Gleiche, wenn ich einen Cappuccino genieße oder ob ich zwangsweise per Infusion ausschließlich mit Kaffee „ernährt“ werde? Das haben die Medien nicht erwähnt. Die Menschen bekamen suggeriert: Ach, wenn die Strahlung so gefährlich ist wie mein morgendlicher Kaffee, dann kann ich ja ruhig so weitermachen …

Die Technologie boomt. Auf den Messen kann einem schwindelig werden vor lauter neuen Endgeräten und Möglichkeiten des Einsatzes. An Energiesparen denkt hier niemand mehr. Geschickte Marketingstrategien sorgen dafür, dass die Menschen heute etwas brauchen, was sie früher nicht benötigten.

Ein „Bombengeschäft“ zum Wohle des Wirtschaftswachstums zwischen Staat und Industrie ist nun auch der Beschluss der neuen, schwarz-roten Regierung, alle Schulen mit WLAN auszustatten und jeden Lernenden mit einem strahlenden Endgerät. Oder ist es ein „teuflisches“ Geschäft? Jedes Funkloch muss „gestopft“ werden, weil unser ganzes Leben per Mikrowellenstrahlung gelenkt werden soll. Online bis in den tiefsten Keller und in den letzten Winkel eines Landschaftsschutzgebietes hinein. Die BürgerInnen würden es so wollen, so die Politik. Wollen sie das wirklich? Oder wissen sie nicht, was sie da in Wirklichkeit wollen? Das Risiko eines frühen Todes, auch für die eigenen Kinder, inkl. totaler Überwachung, ist ganz bewusst gewollt?

Je mehr die Menschheit sich dem technischen Fortschritt hingibt, desto mehr scheint das Thema Sterben und Tod in den Hintergrund zu treten. Als wäre die Spezies Mensch unsterblich, als wäre Leben nicht zerbrechlich. Wenn die Diagnose „Krebs“ gestellt ist und plötzlich mit ihrer Sterblichkeit konfrontiert, fangen einige an, umzudenken und führen ein gesünderes Leben. Manche überleben und für viele ist es zu spät. An Krebs zu sterben ist meistens ein elendes, schmerzvolles Verenden, das sich bestimmt niemand wünscht. Und es wird in Zukunft vermutlich immer mehr jüngere Menschen treffen, die schon in jungen Jahren angefangen haben, per Mikrowelle zu telefonieren oder im Netz zu surfen. Viele haben heute die Strahlenbelastung bereits ab dem Mutterleib, umgeben von Wasser, einem Informationsträger, aushalten müssen. Wir Menschen jedoch sind bioelektrische Lebewesen. Dieses Wissen wird im digitalen Mikrowellenzeitalter immer mehr verdrängt. Das Wissen darum, wie Leben funktioniert, wie unser menschlicher Organismus geregelt ist, und dass wir nur im Einklang mit der Natur und der göttlichen Schöpfung ein langes, gesundes Leben führen können, scheint kein erstrebenswertes Gut zu sein. Die Schwingungsbereiche (Frequenzbereiche) der Natur, die früher frei waren, sind nun vollgestopft und überlagert durch starke, technische und unterschiedlich getaktete Signale. Natur und Mensch sind mehr und mehr „fremdgetaktet“ und aus einem gesunden, natürlichen und dynamischen Rhythmus, der Leben bedeutet, heraus gefallen. Das ist nicht mehr zu übersehen. Für diese Art des „Fort-Schritts“ wird die Spezies Menschen einen hohen Preis zahlen müssen, wenn sie aus dem verführerischen Traum der grenzenlosen Verbundenheit per Mikrowellenstrahlung nicht rechtzeitig aufwacht.

Anke Kern, Kempten

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