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Nov 30 2014

Niko Paech in Weilheim: Gedankensplitter aus seinem Vortrag

2014_11_Niko_Paech_Publikum

Foto: Professor Niko Paech

Professor Niko Paech

Überfüllt war der Saal in der Theatergasse in Weilheim, so dass viele, besonders junge Leute auf und um die Bühne und die Zuhörer herum auf dem Boden saßen und standen. Wenn auch weniger in Weilheim, so ist doch in der Umgebung  der Professor aus Oldenburg bekannt, der mit seinen Studenten zusammen ein neues Wirtschaftsmodell erarbeitet. Einer aus der Reihe der »großen Redner«, die die Agenda 21 einlädt. Der noch dazu auf sein Honorar verzichtet und lebt, was er sagt.

Kommunismus und Kapitalismus sind keine Idealvorstellungen mehr – was aber dann? Dass wir so nicht weiterwirtschaften können bzw. dürfen, wenn wir die Erde nicht bis zum letzten ausbeuten und zerstören wollen, weiß wohl bald jedes Kind.

Noch nie ist es uns so gut gegangen. Und so soll es auch weitergehen!? Wirtschaftswachstum ist die Devise. Wirtschaftswachstum auf Kosten der Erde – Flächen- und Ressourcen-Verbrauch, des Wassers, der Luft, z. B. Verschmutzung durch ungebremste maschinelle Mobilität, Wirtschaftswachstum auf Kosten anderer Menschen in fernen Ländern, die für einen Hungerlohn für uns arbeiten, auf Kosten unserer Gesundheit durch zunehmenden Stress, durch Staats- und sonstige Verschuldung – wollen wir das?

Nein, sagt Niko Paech. Der Kollaps wird sich kaum vermeiden lassen, wir können ihn nur sinnvoll gestalten, wenn die Menschheit überleben will.

Seine Vorschläge sind einfach und doch schwer durchzuführen, es gibt Ansätze und Menschen, die es bereits versuchen. Auf seine Frage nach derartigen Initiativen meldeten sich eine ganze Reihe von Leuten.

Wichtig wären Rahmenbedingungen von staatlicher Seite, auf die wir aber wohl vergeblich warten. So können wir nur selber anfangen! Und andere anstecken, vielleicht sogar die Politiker. Unseren unmäßigen Konsum einschränken, so dass die Produktion überflüssiger Güter selbst überflüssig wird.

Die verbleibende Restarbeitszeit sollte so verteilt werden, dass die Menschen nur noch 20 Stunden in der Woche arbeiten und so mehr Zeit gewinnen für die Familie und die Nachbarschaft. Auch für die Herstellung lebensnotwendiger Dinge wie z. B. durch Gemüseanbau in Gärten, Mietergärten, auf Sonnenäckern, in Reparaturwerkstätten, Tauschbörsen und vieles andere mehr. Und vor allem: einfacher leben! Zeit haben! Das bedeutet auch Verzicht z. B. auf häufige Flugreisen und Autofahrten, einen sinnvollen Umgang mit Energie und all den Ressourcen, die wir verbrauchen. Ja, sparen! Und teilen!

Als ich letzten Freitag auf den Markt kam, bekam ich von einer Freundin eine große Tüte Walnüsse geschenkt. Am selben Tag von einer anderen Freundin noch einen großen Korb voller Äpfel! Auch das ist Glück! – und kostet gar nichts.

Wer mehr wissen möchte, lese das Buch »Befreiung vom Überfluss« von Niko Paech oder schaue ins Internet unter
www.oekom.de

Monika Propach, Weilheim

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