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Jul 31 2016

Schongau: Neue Aufenthaltsqualität am Marienplatz

Foto Bürgermeister Sluyterman

Bürgermeister Sluyterman eröffnet den (fast) autofreien Bereich

Bürgermeister Falk Sluyterman begann seine Rede mit dem Gedicht von Eugen Roth »Autos überall«. Da ist »diese Welt« … »mit Autos ganz verstellt«. Hier einige Passagen seiner Rede – ein Plädoyer für den autofreien Platz im Zentrum der Stadt:

Der Weg dorthin war ein langer und steiniger. (…)

Heute gilt es allerdings den Blick nach vorne zu richten, nicht nach hinten. Deshalb nur so viel: Bei allen Auseinandersetzungen in den letzten Jahren über das Für und Wider einer Fußgängerzone, ging es allen Akteuren, egal ob Befürworter oder Gegner, stets darum, das Beste für Schongau zu erreichen. Nunmehr ist dieser Prozess abgeschlossen und ich bin der festen Überzeugung, dass es heute keine Verlierer oder Sieger gibt. Vielmehr ist heute unsere schöne Altstadt Gewinnerin. Der Marienplatz wird zur guten Stube, ohne dass täglich bis zu 4.000 Fahrzeuge dort entlang fahren und Fußgänger – vor allem Kinder – Gefahr laufen, unter ein Auto zu geraten.

Unser Marienplatz verliert die Funktion als Parkplatz und wird nun ein Ort für Begegnungen, an dem man sich gerne aufhält, wo man sich wohlfühlt. Denn: Menschen fühlen sich von Menschen angezogen, nicht von Autos! (…)

Bei allen Schwierigkeiten, die die Einzelhändler haben, ihre Kundschaft, die oftmals lieber auf der »grünen Wiese« oder im Internet einkauft, in die Altstadt zu bringen: Die vorgenommene städtebauliche Aufwertung erhöht die Aufenthaltsqualität in der Altstadt und trägt gewiss dazu bei, dass die Menschen vermehrt hinauf in die Altstadt kommen. Denn die persönliche Begegnung, das schnelle Verabreden auf einen Kaffee, das Verweilen in der Sonne: All das ist im Internet oder auch in den großen Verbrauchermärkten außerhalb der Altstadt nicht möglich. Schon gar nicht vor der herrlichen Kulisse unserer historischen Altstadt. Und das immer wieder aufgeworfene Parkplatzproblem wird mit einem neuen Parkraum-Konzept in den Griff zu bekommen sein.(…)

Es liegt an unserem Konsumverhalten, dass die Altstadt wieder mehr aufblüht. Aber auch die Einzelhändler können dazu beitragen: Kompetente Beratung, ein erstklassiges Warenangebot, ansprechende, bei Dunkelheit beleuchtete Schaufenster, durchgehende und einheitliche Geschäftszeiten: All dies ist schon bei vielen Geschäften Garant für zufriedene Stammkunden. Insbesondere was die durchgehenden Öffnungszeiten angeht, also dass die Geschäfte über Mittag offen bleiben, müssten sich aber noch weitere Geschäftsinhaber dazu entschließen, diesem Wunsch nachzukommen, der immer wieder aus der Bürgerschaft an mich herangetragen wird. Ebenso, dass unsere Altstadtgeschäfte samstags länger offen haben sollen. (…)

Die Einführung der Fußgängerzone wurde vom Stadtrat mit nur einer Gegenstimme beschlossen und in den letzten Wochen erfolgte eine städtebauliche Aufwertung unseres Marienplatzes. Diskussionen, wie lange die Fußgängerzone wohl diesmal hält, sollten nicht geführt werden. Denn im Gegensatz zu dem Versuch einer Fußgängerzone in der Vergangenheit, ist der Marienplatz nun tatsächlich auch zu einer Fußgängerzone umgestaltet worden. Wir gehen heute also von ganz anderen Rahmenbedingungen aus, als sie es damals gewesen sind. Lassen wir uns die Fußgängerzone nicht von Einzelnen kaputt reden! Vielmehr sollten wir stolz darauf sein, dass auch wir nun eine Fußgängerzone haben, was bei den umliegenden Kommunen wie Weilheim, Landsberg, Füssen oder Kaufbeuren teilweise schon seit Jahrzehnten der Fall ist. (…)

Zusammenstellung: Sigi Müller

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