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Jan 31 2016

Wo Himbeeren drauf sind, müssen auch welche drin sein!

Gerichte werden immer mehr mit Selbstverständlichkeiten beschäftigt

Wo Himbeeren drauf sind, müssen auch welche drin sein!

Hemmungslose Irreführung der Verbraucher durch die Industrie nimmt zu

Es ist eigentlich unfassbar und zugleich nur noch banaI: In einem vier Jahre langen Rechtsstreit durch alle Instanzen muss eine Selbstverständlichkeit erstritten werden: Was auf Verpackungen abgebildet ist, muss auch drin sein. Das hat der Bundesgerichtshof im Dezember letztinstanzlich festgestellt und damit einer Klage der Verbraucherzentralen gegen den Hersteller Teekanne stattgegeben. Der seit 2012 nicht mehr hergestellte Tee (»HIMBEER-VANILLE ABENTEUER«), auf dessen Packung auch Himbeeren und Vanilleblüten abgebildet sind, der aber weder Himbeeren noch Vanille nicht einmal in Spuren enthält, stellt demnach eine Irreführung der Verbraucher dar.

Das Urteil hat jedoch abgesehen vom Einzelfall grundlegende Bedeutung. Demzufolge reicht es nicht aus, dass sich Verbraucherinnen und Verbraucher anhand der kleingedruckten Zutatenliste korrekt über die Inhaltsstoffe informieren können. Was ebenso zählt, ist der Eindruck, der auf der Verpackungsvorderseite vermittelt wird. Wenn dieser irreführend ist, liegt dennoch eine unzulässige Verbrauchertäuschung vor. Für die Hersteller fällt damit eine beliebte Ausrede weg, nämlich der Verweis aufs Kleingedruckte, mit dem so mancher Werbeschwindel auf der Verpackung verteidigt wird.

Quelle: foodwatch vom 5.12. 2015

 

 

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