Corona-Maßnahmen
spalten die Gesellschaft – auch die OHA-Leserschaft

Wie viel zu Papier gebrachte Meinungsfreiheit halten die OHA-Leser aus? (Foto: Sigi Müller)

Von Beginn an war die Zeitung OHA vor allem ein Forum für die Meinungen in der Gesellschaft, die in der breiten Masse der anderen Medien kein oder nur wenig Gehör fanden.

Dies trifft auch auf die zurzeit verhängten Maßnahmen im Zusammenhang mit Corona zu. Diejenigen, die in der Presse und auch von Politikern gerne als »Verschwörungstheoretiker«, »Covidioten« usw. betitelt und ausgegrenzt werden, schicken das, was ihnen wichtig ist, zur Veröffentlichung an den OHA. OHA-Abonnenten und OHA-Leser, denen die in diesen Beiträgen geäußerten Ansichten nicht gefallen, erwidern dann mit einem eigenen Beitrag entsprechend oder schicken einfach auch mal Beiträge zu ganz anderen, ihnen wichtigen Themen. Insofern wäre das OHA-Prinzip eines offenen Forums aufs Beste genutzt.

Zur Zeit häufen sich jedoch die Reaktionen, die persönlich oder am Telefon an Redaktionsmitglieder herangetragen werden. Zum Teil wird dabei Entsetzen über die Inhalte einzelner Beiträge – aus beiden »Lagern« – zum Ausdruck gebracht, das Abo gekündigt oder die Kündigung in Erwägung gezogen.

Auf der anderen Seite gibt es auch mündliches und schriftliches Lob wie „Der OHA wird immer besser“, neue Abonnenten, Geschenkabos und auch höhere Verkaufszahlen bei einigen Verkaufsstellen.

Soweit ich mich erinnere, hat aber bisher kein anderes Thema zu so vielen unterschiedlichen, teilweise auch sehr unversöhnlichen Reaktionen geführt.

Die verschiedenen Ansichten in Verbindung mit den Corona-Maßnahmen spalten auch die OHA-Leserschaft aufs Tiefste.

Was sollen wir also machen?

Sollen wir künftig bei jedem Artikel, der uns zugeschickt wird, überlegen, ob er der Zahl unserer Abonnenten schadet?

Sollen wir das OHA-Prinzip eines offenen Forums aufgeben und nur noch – von wem auch immer – vorsortierte Beiträge bringen?

Nein! denn damit wäre das Projekt OHA gescheitert und sollte beendet werden.

Solange es genug Menschen gibt, die bereit sind, für ein derart offenes Forum, das

  • hin und wieder Meinungen veröffentlicht, die man nicht teilen kann oder will,
  • ab und zu Beiträge enthält, deren Schreibstil und Wortwahl dem einen oder anderen total widerstreben,
  • manchmal natürlich auch einseitig ist,

so lange kann es auch den OHA als eine unabhängige Zeitung weiterhin geben.

Renate Müller, Mitglied der OHA-Redaktion

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