Nach dem heißen Sommer ging ein Aufatmen durch das Land, als es kühler wurde. Und jetzt naht flink die kalte Zeit, die schon Frost brachte. Jahreszeiten sind etwas, das ich als gut und wichtig erachte. Vom Frühling bis zum Winter genieße ich, außer es ist lange sehr kalt, dabei hochnebelig oder eben unbandig heiß, fast alles was uns hier geboten wird. Wir brauchen Sonne, Wind und Regen in Maßen, um überleben zu können. Vor allem Dank des Bauernstandes, der seine Arbeit vermutlich als Berufung sieht und früher wohl noch mehr mit Mutter Natur verwachsen war als durch teils unsinnige EU-Vorschriften, die Technisierung und Satellitenüberwachung heutzutage.
Erntedank ist stets ein Denkanstoß für Alle, sich zumindest einmal im Jahr Gedanken darüber zu machen, dass es ein großes Geschenk ist, etwas zu essen und zu trinken zu haben. Letzteres wurde im Sommer durch den Wassermangel manchen das erste Mal bewusst. In Johannesburg wurde nach 2024 erneut 2026 Wasser rationiert, was auch kontrolliert wurde. Gut so!
Denn alles was lebenswichtig ist, ist weltweit Allgemeingut und niemand kann damit machen „was er will“, sich nehmen soviel er möchte oder es gar zerstören. Das ist weltweit, vor allem in den sogenannten „reichen“ Ländern zu lernen. Wobei ich kein Land kenne, das reich ist. Wenn dann sind das immer einzelne Menschen, die reich sind. Vor allem (geldgierige?) Männer.
Dass der Veranstalter der Oberland-Ausstellung, Josef Schmid anscheinend nicht dazu gehört, macht ihn mir sehr sympathisch. Mir ist zwar nicht bekannt, ob sich die sehr soziale und vermutlich auch für alle Beteiligten lohnende diesjährige Aktion zum 25-jährigen Jubiläum mit einmal Eintritt bezahlen und dann weitere vier Tage kostenlos die ORLA besuchen zu können, in höheren Standkosten widerspiegelte. Doch soweit ich das mitbekommen habe, gab es mehr Besucher wie mich, die dieses Angebot gerne nutzten um sich erstmal über etwas zu informieren und dann nochmal dort waren um etwas zu kaufen.
Persönlich konnte ich – dank Ruhestand – an vier Tagen sehr gute Gespräche mit Ausstellenden führen; es war stets ein angenehmer Austausch mit sehr viel Fachwissen auf Seiten meiner GesprächspartnerInnen. Dazu gönnte ich mir dort ausnahmsweise jeden Tag etwas Feines zum Essen. Vor allem die Hauswirtschafterei und die Kuchen der Landfrauen, die Bühler-Kaffee aus dem Allgäu (!) ausgaben, zogen mich an.

Also das Geschenk von Herrn Schmid, bei dem ich mich dafür bedankte, nahm ich sehr gerne an, während ich mir bei der Schlagzeile des Kreisboten „Eine Stunde geschenkt!“ zur aktuellen Zeitumstellung dachte: „Ja, dann schreiben Sie doch bitte beim nächsten Mal: „Eine Stunde gestohlen!“ Denn so ist es. Weshalb es diesen Unsinn überhaupt noch gibt, ist mir unerklärlich, da über 70% der Menschen in der EU das nicht mehr wollen. Wobei offen ist, ob die sogenannte Sommerzeit bevorzugt würde. Wie ich sind viele Personen in meinem Umfeld dafür, die „Naturzeit“, Winterzeit genannt, beizubehalten. Unsere Altvorderen, die mit der Schöpfung und nicht gegen sie lebten, dachten sich etwas dabei, die Zeit aus guten Gründen so einzuteilen.
Heutzutage sind „wir“ sehr weit von der Natur und ihrem Wesen entfernt. Denn: „Alle wollen zurück zur Natur, aber keiner zu Fuß.“ Doch das ist ein anderes Thema. Zudem wirkt sich das Ganze auf Geburtszeiten aus und was macht das mit den Menschen vom Kosmos her betrachtet?
Diesmal war ich bereits zur ORLA-Eröffnung dort, denn da ich seit siebenundzwanzig Jahren keinen Fernseher besitze (und ihn überhaupt nicht vermisse), wollte ich mir von Herrn Söder bei dem leibhaftigen Auftritt einen persönlichen Eindruck verschaffen. Dass er gut reden kann ist bekannt; seine Themen reichten vom Handwerk bis zu Paralympics, von Tradition bis Fortschritt.
Bayern braucht Handwerker und Bauern, ebenso wie die weltweite Herausforderung mit Digitalisierung et cetera angepackt werden muss. Hinsichtlich Bürokratieabbau hätte ich ihn gerne gefragt, weshalb Ein-Mann-Handwerksbetriebe damit drangsaliert werden, alles digitalisieren zu sollen. Handwerker arbeiten oft ganztägig schwer, brauchen Ruhephasen, Zeit für ihre Familien und nicht noch mehr Stunden mit Büroarbeit, wie schon länger darunter leidende Bauern und Andere. So wird Lebenszeit gestohlen, weshalb – soweit ich weiß – etliche Ein-Mann-Betriebe aufhören. Verständlicherweise. Als bräuchten wir weniger erfahrene Handwerker …
Ich kann nur hoffen, dass das Recht auf ein analoges Leben für uns alle als Menschenrecht anerkannt wird. Wir leben schon länger in einer Phase der Entmenschlichung, was wir vor allem jetzt wenn es kälter wird, zum Beispiel mit einem Kuscheln als Geschenk an unsere Lieben ändern können.
Irmgard Deml, Weilheim



