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Sep 30 2012

Gärtnern ohne Torf…

„… ein wirksamer Beitrag zum Erhalt der Moore und zum Schutz von Natur und Klima“

Wer in Gartencentern oder Baumärkten Blumenerde kaufen möchte, findet dort ein großes Angebot verschiedenster Produkte. In den meisten Fällen bestehen diese »Erden« nahezu ausschließlich aus Torf. Obwohl sich in den Plastiksäcken fast nur Torf befindet, wird der Inhalt aber als »Erde« bezeichnet, manchmal auch mit dem Zusatz »Bio« oder „hergestellt aus nachwachsendem Rohstoff“. Damit wird dem Gartenbesitzer und Hobbygärtnern suggeriert, er kaufe ein umweltverträgliches Produkt. Für die Torfgewinnung werden Moore zerstört – alleine in Deutschland auf über 30.000 ha. Das Entstehen einer 1 m mächtigen Torfschicht dauert etwa 1.000 Jahre. Für die Torfgewinnung werden aber in wenigen Jahren mehrere Meter tiefe Torfschichten abgebaut. Entwässerte Moore und der Abbau von Torf verursachen etwa 8 % der Treibhausgasemission und zählen zu einer der größten Quelle des Klimagases. Durch eine Wiedervernässung von Mooren und dem Erhalt des Torfkörpers wird die Freisetzung von CO2 rasch gestoppt. Mit einem relativ geringen Einsatz finanzieller Mittel können damit sehr wirksam große Mengen des entweichenden Klimagases vermieden werden. Jeder Gartenbesitzer und Hobbygärtner kann dabei einen Beitrag leisten, indem auf den Kauf und die Verwendung von Torf und torfhaltigen Blumenerden verzichtet wird. Alle namhaften Hersteller von Blumenerden bieten in ihrem Sortiment torffreie Erdsubstrate an. Diese bestehen aus einer Mischung von Kompost, Rindenhumus, Holzfasern und gelegentlich auch Kokosfasern. Diese Mischungen wurden wiederholt in Weihenstephan mit gutem Erfolg getestet. Im Freizeitgartenbau werden in Deutschland alljährlich über 3 Millionen m³ Torf verbraucht. Ein großer Anteil des verwendeten Torfes kann ohne weiteres durch Kompost und Torfersatzstoffe eingespart werden. Dazu bedarf es nur der Entscheidung, beim Kauf von Pflanz- und Blumenerde ein torffreies Produkt zu wählen. Die Verwendung torffreier Erdsubstrate vermeidet eine Zerstörung der Moore. Moore sind typische Landschaftselemente unserer Heimat sowie gleichzeitig wichtige Wasserspeicher und Lebensraum für seltene Pflanzen und Tiere.

Die im Landkreis Landsberg von LBV, BN und Gartenbauvereinen tätige Aktionsgemeinschaft »Besser gärtnern ohne Torf – denn Torf gehört ins Moor« lädt am 7.11.2012 von 9 – 13 Uhr zur öffentlichen Informationsveranstaltung im Landratsamt Landsberg ein.

Hans Streicher (Dipl.Ing. FH Gartenbau)

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