e wie … einlösen

Irmgard Deml, Weilheim

Wussten Sie, dass der 23. Februar der „Tag der Waschmaschine“ ist? Das war mir neu und ich dachte an den Satz: „Die Befreiung der Frau begann mit der Erfindung der Waschmaschine.“ Das kann gut sein. Denn ich weiß noch, dass in meinem Elternhaus, ein 1960er-Jahre-Bau, im Keller ein runder, gemauerter Waschkessel stand, der mit Holz oder Kohle beheizt wurde. Wann eine Waschmaschine ins Haus kam, ist mir entfallen, doch profitierte unsere Mutter bei mehreren Kindern sehr davon.

Heute sind wir hier fast alle – auf bayerisch – „verzogen“, was Diverses anbelangt, das jedoch purer Luxus ist. Denn es gelingt den „Mächtigen“ nicht – vorausgesetzt, sie würden das wollen – weltweit sauberes Trinkwasser zur Verfügung zu stellen, geschweige denn global Frieden zu schaffen. Dabei ist es doch das, was allen ein gutes Leben ermöglicht. Und so wie in Weilheim auf dem Palmmarkt ein Bummel in Frieden und Sicherheit oder im Advent auf dem Weilheimer Christkindlmarkt möglich war, darf es überall sein.

An Letzteren dachte ich jetzt vor den Wahlen, denn hier hatte ich folgendes Erlebnis: Am Eröffnungstag kaufte ich mir dort einen vegetarischen Flammkuchen für vier Euro und war sehr erstaunt, dass dieser aus etwas Teig mit ein wenig Sauerrahm und ein paar vereinzelten Schnipseln von roten und grünen Paprikaschoten bestand. Denn das darüberhängende Foto zeigte ein sehr appetitlich aussehendes, bunt belegtes Exemplar. Zudem war das gute Stück absolut geschmacklos.

Auf meine Nachfrage erfuhr ich, dass das Foto aus dem Internet war und dass Salz und Pfeffer zum selber würzen dort standen. Aha. Ich erklärte, dass mich ein Internetfoto nicht interessiert, sondern das, was hier angeboten und verkauft wird. Eine Nobelkarosse bewerben und einen Kleinwagen liefern – das passt nicht. Leider hatte ich meine Kamera nicht dabei und am Sonntag war zwar mehr Belag auf dem Flammkuchen, jedoch wieder nur Paprikaschoten. Pikant an dem Ganzen war, dass dieser Stand von einer bestimmten Partei geführt wurde.

Und alle Parteien sollten sich sehr gut überlegen, was sie den Menschen, die wählen, versprechen, da diese dann die Einlösung des Zugesagten zu Recht einfordern. Wobei durch Parteienvielfalt und häufig unterschiedliche Standpunkte sowieso kaum irgendetwas eins zu eins umgesetzt werden kann. Doch Politiker sind vom Volk gewählt, um sich für dessen Belange einzusetzen und um Schaden von ihm abzuwenden.

Aktuell lese ich erneut ein Buch von Heribert Prantl, dessen Werke ich jedem ans Herz lege, der realistisch und ehrlich über die deutsche Politik informiert werden möchte. Als Jurist und Journalist weiß Herr Prantl genau, wovon er schreibt und legt – wie sich das gehört – alle Quellen offen, auf die er bei seinen Recherchen zugegriffen hat.

In „Den Frieden gewinnen – Die Gewalt verlernen“ zeigt er Vieles auf, was mir persönlich teils kaum bis gar nicht bekannt war. Beispielsweise war Mahatma Ghandi nicht so friedliebend und gewaltfrei wie ich ihn bisher sah. Doch dass „Die Grünen“ schon lange nicht mehr die Friedenspartei sind, als die sie einmal antraten, ist nicht erst seit Putins Angriff auf die Ukraine, den wohl die Nato mit zu verantworten hat, klar. Deren Ost-Erweiterung war anscheinend alles andere als friedensstiftend.

Die kürzlich durchgeführten Wahlen haben nun Endergebnisse gebracht – bis auf einen Bürgermeisterposten, der durch Wahlbetrug eines CSU-lers zustande kam – mit denen wir jetzt leben dürfen/müssen.

Das ist halt die Crux: Wählen zu gehen ist für mich klar, denn wenn ich dieses Recht nicht wahrnehme, kann es bald damit vorbei sein. Die Kreuze dort zu setzen wo es mir für das große Ganze am sinnvollsten erscheint, ist keine leichte Aufgabe. Und vor allem haben wir als Bürger nicht nur Rechte, sondern auch Pflichten. Wobei die Politiker, die „oben sitzen“, uns kleinen Leuten scheinbar (?) immer mehr aufbürden.

Zudem ist es, wie die Reaktion auf die rasant steigenden Benzin- und Dieselpreise zeigt, sehr wohl möglich, ganz schnell Gesetze auf den Weg zu bringen, die „Besserung“ bringen sollen. Ob das hier der Fall ist?

Zumindest „würde“ eine Zuckersteuer sofort dazu führen, dass nicht nur Kinder gesünder leben und ein Tempolimit auf Autobahnen/Straßen „würde“ sofort zu weniger Unfällen und mehr Umweltschutz beitragen. Warum wird beides seit Jahren nicht umgesetzt? Wer profitiert davon?

Jedenfalls profitieren wir alle davon, wenn es Frühling und wieder wärmer wird, denn dann sparen wir Heizkosten. Und wir gehen wieder mehr raus, genießen nette Begegnungen und den damit verbundenen zwischenmenschlichen Austausch. Vielleicht bei einem Osterspaziergang?

Schöne Feiertage für Sie!

Irmgard Deml, Weilheim

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