Die Linke fordert den Stopp der Kita-Gebührenerhöhung im Landkreis Landsberg am Lech.
Mit der anstehenden Reform des Bayerischen Kinderbildungs- und -betreuungsgesetzes (BayKiBiG) entfällt ab Januar 2027 der bisherige 100-Euro-Zuschuss des Freistaats Bayern zum Elternbeitrag. Auch wenn die Betreuung vom Land über andere Wege weiter gefördert wird, planen die Stadt Landsberg sowie weitere Kommunen im Landkreis (aus der Presse entnommen bisher: Eresing, Penzing, Igling, Geltendorf) drastische Mehrbelastungen für Eltern: Die Beiträge sollen um 44 bis 100 Euro pro Monat steigen.
Der Kreisverband Die Linke Landsberg am Lech fordert die Stadt- und Gemeinderäte im Landkreis nachdrücklich auf, die Elternbeiträge für Kinder ab drei Jahren auf dem bisherigen Niveau zu belassen.
Familien stehen bereits jetzt unter enormem finanziellen Druck. Die gestiegenen Lebenshaltungskosten für Energie, Lebensmittel und Wohnen belasten die Haushalte, vor allem Alleinerziehende und Familien mit mehreren Kindern trifft das schwer.
„Für viele Eltern wird die Betreuung ihrer Kinder zunehmend zu einem unbezahlbaren Luxus, der darüber entscheiden kann, wie Kinder aufwachsen und welche Chancen sie im Leben bekommen und gefährdet die Vereinbarkeit von Familie und Beruf“, betont Patricia Reinold, Vorstandsmitglied die Linke Landsberg am Lech und Kreisrätin. „Die Kosten explodieren gerade für Familien, in Kombination mit immer mehr Streichungen von bisherigen Entlastungen. Liebe Entscheidungsträger, bitte zeigen Sie Familien und Kindern, dass sie Ihnen mehr wert sind! Wenn wir den Anspruch verfolgen, als „Familienland Bayern“ sozial gerecht und am Kindeswohl orientiert zu handeln, müssten Kindertagesstätten und Schulkindbetreuung inklusive Mittagessen kostenfrei sein, davon sind wir aber leider, im Vergleich zu anderen (Bundes)ländern, noch sehr weit entfernt.“
Insbesondere Kinder aus einkommensschwächeren Haushalten – die häufig in kleineren Wohnungen leben, weniger Spielzeug haben und seltener Ausflüge machen, profitieren überproportional von früher Bildung und sozialen Kontakten und fallen als Erste aus der Betreuung heraus. Nicht weil die Eltern sich nicht kümmern wollen, sondern weil das Geld am Monatsende schlicht nicht reicht.
Stadt- und Kreisrätin Johanna Deffner brachte am 21.10.2026 in der Sitzung des Sozial-, Bildungs- und Kulturausschuss des Stadtrats ein, zumindest eine Staffelung der Beiträge nach Einkommen einzuführen um Familien, deren Einkommen nahe an der Armutsgrenze liegt, aber noch zu hoch für staatliche Förderungen ist, zu entlasten. Diese Staffelung sollte der Standart für alle Betreuungseinrichtungen im Landkreis sein.
Eine Stadt und ein Landkreis wachsen nur zusammen, wenn Kita-Plätze für alle bezahlbar bleiben. Früh geförderte Kinder starten mit besseren Chancen in die Schule, entlastete Eltern können Beruf und Familie vereinbaren und am gesellschaftlichen Leben teilhaben.
Es ist unbestritten, dass Kommunen und Träger vor enormen finanziellen Herausforderungen stehen, doch die Lösung darf nicht sein, dieses strukturelle Defizit an die Eltern weiterzureichen! Der Bund muss seiner Verantwortung nachkommen und das Kita-Qualitätsgesetz dauerhaft und verlässlich finanziell absichern, statt sich aus der Mitfinanzierung zurückzuziehen. Die Bayerische Staatsregierung muss den Kommunen endlich eine auskömmliche und verlässliche Betriebskostenfinanzierung bereitstellen. Das bayerische Gesetz zur Förderung von Kindern (BayKiBiG) muss so nachgebessert werden, dass Sach- und Personalkostensteigerungen vollständig vom Land aufgefangen werden.
Unsere Forderungen:
- Aussetzen der geplanten Beitragserhöhung für die Kitas in unserer Kommune.
- Klares Signal an die Politik: Der Stadtrat Landsberg sowie die Gemeinderäte im Landkreis sollen gemeinsam mit den Eltern einen deutlichen Appell an die Bayerische Staatsregierung und die Bundesregierung richten, um eine ausreichende Gegenfinanzierung einzufordern.
- Schrittweise Entlastung statt Belastung: Das langfristige Ziel muss die Beitragsfreiheit in der frühkindlichen Bildung sein – analog zu Schule und Hochschule.
- Wir fordern Sie auf, gemeinsam mit den Familien für eine faire Finanzierung der Kinderbetreuung zu kämpfen, anstatt den einfachen Weg der Beitragserhöhung zu gehen.
Leo Huppmann, Sprecher des Kreisvorstandes Die Linke Landsberg am Lech



