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Feb 28 2018

Das Bild vom Feind

Die Ukraine, Putin, US-Geopolitik und der geheimnisvolle Gleichklang unserer Medien (Foto: Berliner Compagnie)

Theaterstück am 4. März im Weilheimer Stadttheater

Sanktionen, Drohungen, vermehrte Aufrüstung, immer größere Manöver, immer häufiger gefährliche Zwischenfälle – der kalte Krieg ist wieder da. Wird die Eskalation nicht beendet, kommt es zum Dritten Weltkrieg.

Was in der Ukraine geschehen ist – der Aufstand des Euro-Maidan gegen den Präsidenten Janukowitsch, die Übernahme der Krim durch Russland, der Bürgerkrieg im Donbass – das alles wird nicht nur von den Ukrainern, sondern auch von den Deutschen sehr unterschiedlich beurteilt. Was den einen eine berechtigte Revolution, ist den anderen ein illegitimer Putsch.

In der Situation könnte es hilfreich sein, beide Seiten zu Wort kommen zu lassen und sich von dem einen oder anderen Vorurteil zu verabschieden. Der Wunsch der Ukrainer nach Selbstbestimmung und einem besseren Leben, die Angst vieler Menschen im Donbass vor ukrainisch-nationalistischen Kräften im heutigen Kiew, die geschichtlichen Erfahrungen mit Nazi-Deutschland und Stalinismus, heutige geopolitische Absichten von Seiten der USA, der EU und Russlands sowie die russischen Ängste angesichts der NATO-Osterweiterung – all das muss ernst genommen werden.

Das Stück spielt in einer Redaktion. Die linke Zeitung ist von einem Milliardär aufgekauft worden. Der neue Chefredakteur soll den neuen Kurs des Blattes durchsetzen. Seine erste Aufgabe: eine Sonderbeilage über die Ukraine. Zu seiner Unterstützung hat er als Volontärin eine ukrainische Maidan-Aktivistin mitgebracht. Geht seine Rechnung auf? In der Redaktion jedenfalls wird manch festgefahrene Meinung in Frage gestellt, das eine oder andere Feindbild aufgelöst. Und Lieder wehen herein – ein ukrainisches, ein jüdisches, ein deutsches, ein polnisches, ein russisches Lied …

Die Berliner Compagnie (BC) …

… ist 1981 als freie Theatergruppe von Schauspielern aus verschiedenen Stadt-, Staats- und freien Theatern gegründet worden. Ausgehend von der Erkenntnis, dass Frieden unabdingbar mit Gerechtigkeit zusammenhängt, hat sich die Gruppe eine Satzung gegeben, in der sie sich verpflichtet, mit ihrem Theater  „dem Erhalt des Friedens, der Völkerverständigung sowie sozialer Gerechtigkeit, insbesondere im Hinblick auf die Dritte Welt“ (§ 2 der Satzung des gemeinnützigen Vereins BC) zu dienen.

Mittlerweile sind 29 Theaterproduktionen zur Entwicklungs-, Friedens- und Menschenrechtsproblematik entstanden und auf Einladung von Nichtregierungs-Organisationen (NGOs), insbesondere von Kirchengemeinden, Gewerkschaften, Theatern, Schulen und Bürgerinitiativen in der Bundesrepublik Deutschland, in Österreich, Italien, Belgien, Luxemburg, Tschechien, Polen, in der Schweiz und den Niederlanden auf über 2000 Gastspielen gezeigt worden.

Die Berliner Compagnie wurde von einer Vielzahl politischer und privater Gremien und Organisationen finanziell unterstützt – u. a. mehrmals vom Berliner Senat, von der EU-Kommission sowie von verschiedenen Fonds und Stiftungen. Zudem kamen auch über einen Förderverein beachtliche Summen privater Spendengelder für die Theaterarbeit in die Kasse.

Mit Unterstützung des BMZ (Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung) und des EED (Europäischer Demokratiefonds) hat die Berliner Compagnie eine vierbändige Ausgabe ihrer entwicklungspolitischen Stücke herausgebracht. Im September 2009 erhielt die Theatergruppe den Nationalen Aachener Friedenspreis.

Zusammenfassung: Sigi Müller

 

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