Mit den ersten warmen Tagen zieht es wieder viele Menschen an den Lech. Kiesbänke und Uferbereiche laden zum Verweilen ein, doch genau hier spielt sich derzeit ein sensibles Naturgeschehen ab.
Der Flussregenpfeifer und der Flussuferläufer haben ihre Brutzeit begonnen. Beide Arten legen ihre Eier fast direkt auf offenen Kiesflächen ab. Ihre Tarnung ist dabei nahezu perfekt: Die Eier sind so gut an den Untergrund angepasst, dass sie für das menschliche Auge kaum zu erkennen sind. Genau das wird ihnen jedoch zum Verhängnis, denn ein einziger unachtsamer Schritt kann genügen, um ein Gelege zu zerstören.
Die Situation wird zusätzlich durch den Verlust natürlicher Lebensräume verschärft. Durch die Verbauung des Lechs fehlt es an neuem Kiesnachschub, wodurch geeignete Brutplätze immer seltener werden.
Um die Brut zu schützen, gilt im Naturschutzgebiet Litzauer Schleife vom 1. März bis 31. August ein konsequentes Betretungsverbot für alle Kiesflächen. Selbst kurze Störungen – etwa durch Spaziergänger, freilaufende Hunde oder das Anlanden von Booten, können dazu führen, dass Altvögel ihre Nester verlassen. Die Eier sind dann ungeschützt und können auskühlen, überhitzen oder von Fressfeinden entdeckt werden.
Auch natürliche Einflüsse wie Hochwasser setzen den Vögeln zu. Immer wieder werden Gelege zerstört, so dass die Tiere erneut brüten müssen. Umso entscheidender ist es, dass sie dabei nicht zusätzlich gestört werden.
Das Befahren des Flusses mit Kajaks oder Kanus ist weiterhin möglich, vorausgesetzt, die Kiesbänke werden nicht betreten. Rangerinnen und Ranger des Lebensraum Lechtal e.V. sind regelmäßig vor Ort, um Besucherinnen und Besucher zu informieren und auf die Schutzmaßnahmen hinzuweisen.
Bayernweit existieren nur noch etwa 100 Brutpaare des Flussuferläufers, auch der Flussregenpfeifer steht auf der Roten Liste gefährdeter Arten. Ihr Überleben hängt maßgeblich von ungestörten Brutplätzen ab.
Bitte helfen Sie mit:
- Betreten Sie keine Kiesbänke in der Zeit vom 1. März bis 31. August.
- Führen Sie Hunde stets an der Leine.
- Beachten Sie die ausgeschilderten Schutzbereiche.
Nur mit Rücksicht und Aufmerksamkeit kann es gelingen, diese faszinierenden und seltenen Vögel im Lechtal zu bewahren.
Wir danken Ihnen für Ihr Verständnis und Ihre Unterstützung!
Mathias Haunstetter
Gebietsbetreuer des Lebensraum Lechtal e.V.





Neueste Kommentare