Aus meinem Tagebuch 06/2017

Neulich habe ich mir etwas über den digitalen Wahnsinn notiert. Die ausgewählten Szenen und Metaphern sind, wie ich finde, gar nicht so abwegig. Da stehen die Leute vor Handygeschäften Schlange, wenn neue Smartphones auf den Markt kommen und begeben sich in eine Art freiwillige Knechtschaft. Sie geben viel Geld aus, um ihre eigene »Stasi-Leitstelle« mit sich herumzutragen. Auch Orwell sei da noch „zu optimistisch“ gewesen. Überwachung und Kontrolle? Künftig überflüssig! Dazu passt auch das Zitat von Max Horkheimer: „Die Einzelnen werden von frühester Jugend an so erzogen, dass sie sich automatisch, ohne Zwang, ohne irgendwelche Bedürfnisse zum Aufruhr oder gar zum Nachdenken, in die Gesellschaft des Ameisenhaufens einpassen.“ Dieser Wahn hin zur freiwilligen Selbstüberwachung ist ein Faszinosum an sich. Früher in der handylosen Zeit musste man Leute aufwendig bespitzeln. Jetzt liefern die Leute selbst alles frei Haus.

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