Aus meinem Tagebuch 11/2019

Der Handyboom hat mir jüngst sogar etwas Spaß gemacht. Wie so oft gehe ich da zu Fuß die Amselstraße entlang, wo es im östlichen Teil auf einem längeren Stück keinen Gehsteig gibt und Zufußgehende – darunter auch Schulkinder – mit den Autofahrenden gemeinsam verkehren müssen. Weil ich sehen will, wer da unterwegs ist, richte ich in der Regel mein Blick nach vorne. Da sehe ich, wie eine nicht mehr ganz so junge Schülerin auf mich zukommt, sie schaut weder nach vorn noch nach links oder rechts, ihr Blick ist fest nach unten auf ihr Smartphone gerichtet. – Wir kommen uns langsam näher. Kurz vor dem möglichen Zusammenstoß schaue ich absichtlich ebenso nach unten auf mein nicht vorhandenes Handy, weiche im letzten Moment aus und sage: „Jetzt wären wir ja fast zusammengeprallt.“ Sie lacht etwas verlegen, schaut aber gleich wieder auf ihr smartes Phone und geht weiter.

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