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Jul 31 2012

Der Energiesparlampenspuk

 

zerbrochene Energiesparlampe Titel

Teufelszeug Sparlampen – Die Schäden tragen nicht die Verursacher (Bild: Jürgen Müller)

EnergiesparlampeSchwerwiegende Erfahrungen zeigen: die Einführung der Energiesparlampe war eine einzige Verbrauchertäuschung. Dahinter standen rein finanzielle Interessen mächtiger Wirtschaftslobbyisten, die von der EU-Politik abgenickt wurden. Wer die Auswirkungen kennt, wird alle Energiesparlampen sofort aus seinem Haus verbannen.

Schon im Jahr 2008 haben wir im OHA auf diese »Scheinlösung« in mehreren unserer Ausgaben (Februar, März, April, Mai, Juni 2008) hingewiesen und mit einem absolut überzeugten Energiesparlampenverkäufer über das massive Gefahrenpotenzial diskutiert.

Immerhin ist es der Industrie gelungen, beim Verbraucher mit den Themen Klimaschutz und Energieeinsparung sogar noch ein gutes Gewissen zu erzeugen.

Vielsagend ist auch die Bereitschaft der EU-Politik, die Sparlampenindustrie auch noch dadurch zu unterstützen, indem im Gegenzug gleich die Glühlampen verboten werden. Das äußerst fragwürdige Produkt »Sparlampe« sollte vermutlich aufgrund exzellenter Lobbyarbeit unbedingt den Markt erobern – ein Produkt mit elektromagnetischen Feldern, mit Flimmerfrequenzen (naturfremdes Licht), mit schlechter Ökobilanz (energie- und materialintensive Herstellung) sowie der Sondermüllproblematik durch Quecksilberanteil.

Mittlerweile gibt es jede Menge Klagen über gesundheitliche Probleme, die im Zusammenhang mit Energiesparlampen auftreten. Auch im OHA berichteten Leser von Beschwerden, die sofort wieder weg waren, nachdem die Spar- wieder durch die Glühlampe ersetzt wurde.

In nahezu jedem deutschen Haushalt finden sich Energiesparlampen. Gehen sie zu Bruch, setzen sie das Nervengift Quecksilber frei – eine zerbrochene Lampe kann ein ganzes Haus auf Jahre hin verseuchen, zeigt der im Herbst 2011 erschienene Dokumentarfilm »BULB FICTION«.

Vergiftete Arbeiter und ein Kind, dem urplötzlich die Haare ausfallen: Das ARD-Kulturmagazin »Titel Thesen Temperamente« (ttt) stellte eine Doku vor, die die dunklen Seiten der neuen Lampen ausleuchtet. Den Quecksilberdampf einer zerbrochenen Energiesparlampe können Betroffene über die Atmung aufnehmen – so wie Max, Sohn der im Film vorgestellten bayerischen Familie Laus.

Der austretende Dampf ist extrem toxisch, klärt Umweltmediziner Joachim Mutter die Zuschauer auf. Dem vergifteten kleinen Jungen fielen in Folge des Quecksilber-Unfalls die Haare aus. Das flüssige Schwermetall wirkt auf das zentrale Nervensystem und zerstört dort Zellen; selbst das kleinste bisschen Quecksilber mache jedes Mal „ein klein bisschen dümmer “, erklärt Chemiker Gary Zörner den Zuschauern.

Erinnerungslücken durch unbemerkte Quecksilber-Vergiftung

Der Film »BULB FICTION« berichtet auch von der Belegschaft einer Recyclingfabrik, die sich bis auf den letzten Arbeiter an dem Gefahrenstoff vergiftet hat. „Ich habe immer wieder Probleme, mich an Dinge zu erinnern“, sagt beispielsweise Andrew Makison, der in dem mittlerweile geschlossenen Werk als Praktikant arbeitete. Das Quecksilber „schleicht sich an einen heran, ohne dass man was merkt. Bis es zu spät ist“, beklagt Makison.

Die Filmemacher kritisieren auch die Studie, die den EU-weiten Beschluss zur Einführung der Energiesparlampen zur Folge hatte. Eine winzige Stichprobe von fünf Lampen sei untersucht worden, zudem erst nach dem Bersten, wenn der Quecksilberdampf sich längst verflüchtigt habe. „Das entbehrt jeder wissenschaftlichen Grundlage“, meldet sich im Film ein Wiener Physiker zu Wort.

Unter der Überschrift: Man kann auch an der falschen Stelle sparen, wird bereits Anfang 2009 im Heft der Bürgerwelle e. V. zudem der angebliche Energiespareffekt angezweifelt. „(…) Das Glühlampenverbot spare 4 % des Gesamtstromverbrauchs, behauptet die EU-Kommission.“ Realistische Berechnungen sprächen von allerhöchstens 2 %. „Um Größenordnungen mehr Strom sparen kann z. B. eine konsequente Reduzierung des Standby-Verbrauchs aller elektrischen und elektronischen Geräte.“

Sigi Müller

 

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