F wie … Frieden

Irmgard Deml, Weilheim

Die Adventszeit zeigt uns an vielen Orten Kreativität im handwerklichen wie im kulinarischen Bereich auf. Dazu bietet sich dies alles an, um eventuell verschenkt zu werden und jemandem eine Freude zu bereiten, an Weihnachten, dem Fest der Liebe, der Freude und des Friedens.

Nun. Liebe gelingt ja oft, Freude ebenfalls und beim Frieden, na, da dürfen wir noch viel dran wirken, vor allem global! Wobei wir wissen, dass der große Friede im Kleinen, also bei uns selbst und unserem Umfeld beginnt. Nur so ist er möglich und ich frage mich wie bei vielem anderen immer wieder: „Was will ich erreichen? Und was tue ich selbst dafür?“

Die erste Strophe eines Liedes von 1937 zeigt uns was schlussendlich und hoffentlich bald bleibt: „Nicht Heer und auch nicht Kriegsgewalt, nein, eine zarte Kindsgestalt hat auf den Boden dieser Welt den unbedingten Sieg gestellt.“[1] Und dieses Kind ist der Grund dafür, dass Weihnachten von Christen gefeiert wird.

Doch wie der Klezmer-Weltstar Giora Feidman bei seinem Konzert in Weilheim selbst auf seine Frage „Warum gibt es Krieg?“ antwortete: „Weil er ein Geschäft ist.“ Ja, erst mit Waffenverkäufen Riesenprofit machen, alles mögliche Materielle zerstören und wieder aufbauen, ist der einzige Zweck. Dass dabei zigtausende Menschen leiden und getötet werden, ist Nebensache, solange jene, denen Macht und Besitz über alles gehen, nicht selbst davon betroffen sind.

Besagtes Konzert war für 24. Juni 2025 in Weilheim geplant und musste verschoben werden, weil Herr Feidman zu dem Zeitpunkt in Israel war und aufgrund der dortigen Situation nicht reisen konnte. So kam es zum Auftritt am 30. September, bei dem er von einem exzellenten Pianisten begleitet wurde.

In seinem Buch »Klang der Hoffnung« ist seine Lebensgeschichte sehr eindrucksvoll erzählt und so ist die Tatsache, dass er mit nunmehr 89 Jahren nach wie vor als Friedensbotschafter unterwegs ist, gut zu begreifen. Auch an seinem 90. Geburtstag im kommenden Jahr wird er auf der Bühne stehen. Unermüdlicher Einsatz für den Frieden …

Wie anno domini 1219 San Francesco mit Friedensbemühungen nach Ägypten reiste, um dort mit dem Sultan zu sprechen. Wenn wir die Strecken betrachten, die dieser Mann wohl meist zu Fuß zurückgelegt hat, können wir uns das vermutlich kaum vorstellen. Mir geht es zumindest so, seit ich das Glück hatte, an einer Pilgerfahrt per Bus nach Assisi und zu Wirkstätten des Heiligen teilnehmen zu können. Dort besuchten wir in Begleitung eines wahren Seelsorgers und dazu eines sehr guten Reiseleiters Orte, an denen sein Geist nach wie vor lebt.

Obwohl Pilger, Gläubige und Touristen aus aller Welt die Orte dort oft schier überrennen, was seit der Heiligsprechung von Carlo Acutis, dem Jugendlichen, dem auch Wundertaten zugeschrieben werden, noch zugenommen hat. Er liegt in Assisi in einem Glassarg – mit Wachs überzogen und die Katholische Kirche kann sich über großes Interesse junger Menschen freuen. Wenn diese hier Halt finden, ist das wunderbar! Auf mich wirkt das eher befremdlich, denn Franziskus und auch Klara stehen für sich. (Die mumifizierte Klara wurde ebenfalls mit Wachs – ja was? – für moderne Ästhetik aufbereitet?)

Wir konnten bei unserer Reise einige Orte besuchen und erfuhren, wo und wie Franziskus und Klara wirkten. Wussten Sie, dass Klara 1240 alleine mit einer Monstranz bei einem Überfall den Sarazenen entgegenging und diese daraufhin umkehrten? Mut und Gottvertrauen sind etwas, das wir auch heute brauchen, um möglichst gut in die neue Zeit zu kommen, die sich aktuell mit heftigen Geburtswehen bemerkbar macht.

Auf dem Berg La Verna stand ich vor Franziskus’ Lieblingsort, einer Felsspalte und dachte mir: „Ja. Hierher zurückziehen und bleiben.“ In Grecchio, wo der Heilige 1223 den Vorläufer der Weihnachtskrippen und -spiele organisierte, sahen wir einige Exemplare am Weg ausgestellt. Es gibt unzählige Varianten davon. Alleine das liebe-voll aufgebaute und geführte Krippenmuseum in Weilheim nennt über 200 Krippen sein eigen, die mit mehr als 2300 Figuren auf rund 450 m² zu sehen sind. Sehr beeindruckend! Vater Manfred und Sohn Thomas Bögl bauten eine ehemalige Remise in Eigenregie um und es gibt hier immer wieder Neues zu entdecken.

Oder würden Sie auf Anhieb Folgendes mit einer Krippendarstellung in Verbindung bringen? Von A-Z: Advent statt Weihnachten, Amethyst-Druse, Aquarium, Baumschwamm, Bilderrahmen, Dachpfanne, Ebenholz, Eckschrank, Flügel, Glassturz, Guckloch, Hocker, Kasten, Nähkästchen, Nussschale, Porzellan, Schilf-boot, Schwemmholz, Schnee, Töllern-Kirche, Tuffstein, Vogel, Weinglas, Weinkistl, Wespennest, Wimmeln und Zinn. Die Vielfalt ist schier unüberschaubar und wenn es Sie interessiert und Sie die Ausstellung besuchen, werden Sie dies vermutlich bestätigen können.

Dann schauen Sie doch einmal rein in der Petelgasse 6! Geöffnet ist aktuell bis Mitte Januar Fr – So von 14 bis 18 Uhr (Einlass bis 17 Uhr). In den Weihnachtsferien täglich außer Silvester. Dazu von Palmsonntag bis Ostermontag täglich. Und vielleicht denken Sie beim Besuch daran, dass nicht nur Weihnachten für den Frieden wichtig ist?

Irmgard Deml, Weilheim


Quellenangaben / Hinweise
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  1. Stimmt alle mit ein, es wird Freude sein / Hedwig und Johannes Schutzka

1 Kommentar

    • Roland Brendel, 82362 Weilheim auf 16. Dezember 2025 bei 22:41
    • Antworten

    Was mir in letzter Zeit immer deutlicher klar wurde, das viele Menschen meiner nächsten Umgebung Anderen nicht vergeben können. Der eigene Hass läßt sie überall Hass erleben. Wer vergeben kann, hat die kosmische Liebe in sich entwickelt. Von da an kann er sich erstmals selbst annehmen und spürt von außen immer eher Liebe. Die strahlt dann aus und vermehrt sich immer mehr. Das würde sogar das Kind in Putin berühren. Siehe im OHA:“Was verändert Putin“. Der Artikel „Der jüdische Leidensweg “ zeigt die jshrhunderte langen fatalen Folgen einer niederschmetternden Erkenntnis, die Liebe nicht erkannt zu hsben.

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