S wie … Salutogenese

Irmgard Deml

Salutogenese ist ein hochaktuelles, hochbrisantes und hochpolitisches Thema. „Saluto – was?“ werde ich oft gefragt, wenn Interesse an den Therapieverfahren in meiner »Praxis für Salutogenese« besteht. Dieser Begriff ist zwar mittlerweile etlichen Menschen geläufig, aber wohl noch nicht allgemein bekannt. Dabei ist er relativ einfach zu erklären.

„Salut“ sagt mancher, wenn er bei einer Feier jemandem zuprostet und wünscht ihm damit Gesundheit. Genese ist vielen durch die Genesis der Bibel bekannt. Die Erschaffung, die Entstehung der Welt.

Salutogenese ist somit die Entstehung von Gesundheit. Wobei Gesundheit nicht von alleine entsteht und erhalten bleibt, wir jedoch viel dafür tun können. Atmung, Bewegung, Ernährung, Entspannung …

Unser allerwichtigstes Lebensmittel ist die Luft. Denn ohne zu atmen überleben wir nur ein paar Minuten ohne bleibende Schäden davonzutragen oder zu ersticken. In Hinsicht auf die Qualität der uns umgebenden Luft werden wir jedoch immer sensibler. Erst war es vor allem Kohle, die in Verruf geriet und jetzt ist es der Dieselkraftstoff. Dabei spielen bei der Luftverschmutzung noch viele andere Faktoren eine große Rolle. Vom Silvesterfeuerwerk mit enorm viel Feinstaub über den Abrieb von Autoreifen, der als dunkler Belag dazu beiträgt, dass die Eiskappen der Pole schmelzen und Flugbenzin bis hin zur Erzeugung von Fleisch, Milch und Eiern als Nahrungsmittel für uns Menschen. Denn Letzteres fördert die Erderwärmung mehr als das Transportwesen.

Fast so lebenswichtig ist Wasser für uns. Der menschliche Körper besteht – je nach Alter – bis zu 75 % daraus und ohne können wir je nach Situation einige Tage auskommen, ansonsten verdursten wir. Wie bei all unseren Lebensgrundlagen sind wir ebenso »munter« dabei, gesundes, reines Wasser abzuschaffen. Achtlos wird alles Mögliche in die Toilette gekippt, was dort nicht hingehört. Von Farbresten beim Wände streichen bis hin zu alten Medikamenten, die logischerweise dort auch über den Urin hingelangen. Wissen Sie, was sich alles, einschließlich Medikamentenrückständen, in Ihrem Leitungswasser befindet? Ich weiß es bei mir nicht und überlege schon länger, ob ich nicht tatsächlich ein Labor mit einer – für mich vermutlich nicht preiswerten – Analyse beauftrage. Allerdings benutze ich seit vielen Jahren einen Kohleblockfilter, der sehr Vieles zurückhält, was nicht gesund ist.

Ehrlich gestanden möchte ich über die Wasserleitung – so dankbar ich für diesen global eher seltenen Luxus bin – keine Dosen, auch nicht homöopathisch verdünnt, von Blutdrucksenkern, Hormonen aus Antibabypillen und dergleichen haben. Und von Güllebestandteilen ebensowenig. Abgesehen davon darf die Wasserversorgung niemals privatisiert werden!

Selbstverständlich brauchen wir auch die sogenannten Lebensmittel, zumindest diejenigen von uns, die nicht von Licht als Nahrung leben können. Das sind wohl fast alle Menschen und dementsprechend groß ist der Bedarf, obwohl vielen auch hierzulande ein Fastentag in der Woche nicht schaden würde. Die Produktion, vor allem tierischer Nahrungsmittel, belastet unsere Umwelt enorm und die immer noch am häufigsten angewandten Anbaumethoden zerstören unser aller Lebensgrundlagen. (Womit sich der Mensch selbst abschafft.) Dabei ist es möglich, mit biologischer Landwirtschaft alle Menschen weltweit zu sättigen und es bleiben den Kleinbauern weltweit ihre Würde und ihre Selbstständigkeit erhalten. Abhängigkeit von Konzernen trieb viele von ihnen – vor allem in Indien – in den Suizid. Ich selbst kaufe nicht immer »nur Bio«, aber zum größten Teil. Lieber weniger, dafür Gesundes. Hochinteressant zu diesem Punkt ist das Buch »Die Preise lügen«.

Für viele von uns steht dann, um gesund zu bleiben oder zu werden, der soziale Aspekt an. Wer wünscht sich nicht harmonische Beziehungen zu seinen Mitmenschen? Auch wenn es hin und wieder zu bereinigende Unstimmigkeiten gibt, ist es doch sehr wichtig, in der Familie, mit Freunden, Kollegen, Nachbarn, ja, soweit möglich, mit jedem anderen gut auszukommen. In diesem Bereich sind auch gegenseitige Wertschätzung und Respekt angesiedelt, was grundsätzlich jedem Menschen zusteht, auch wenn es manchmal nicht leicht fällt.

Nach unserer ersten, der körperlichen, Haut gibt es noch die zweite, die Kleidung, und die dritte, das (Wohn-)Umfeld. Aus welchen Materialien unsere Kleidung ist, wie sie hergestellt wird, ist nicht erst ein Thema seit den tödlichen Katastrophen in Billiglohnfabriken. Nur ist es jetzt mehr im Bewusstsein der Öffentlichkeit. Ebenso wie vor Jahren in Räumen Holzschutzmittel als Krankmacher identifiziert wurden. Was in uns – die Nahrung – und um uns ist, beeinflusst unsere Gesundheit. An Leib, Geist und Seele, denn diese drei und noch mehr Bereiche des Menschseins sind untrennbar miteinander verbunden.

Ganz bestimmt nicht positiv wirken sich auf alles Lebende, wie viele einfach nicht wissen wollen, die Strahlungen aus, die uns mit immer mehr Funkmasten für Smartphones usw. umgeben. Wer »braucht« ein solches Teil denn wirklich? Wer muss lebenswichtig schnell erreichbar sein? Notarzt, Feuerwehr und Polizei. Wer noch? „Aber klar: Immer schneller … Und zwar alle!“

Wie Wasser- ist ebenso Energieversorgung ein kitzliges Thema. Seit vielen Jahren beziehe ich Strom von »greenpeace« und frage mich, wie es sein kann, dass ich immer mehr bezahlen muss, obwohl ich hier umweltbewusst und noch dazu möglichst wenig konsumiere. Wo soll denn um Himmels willen der Strom für E-Autos herkommen, wenn wir für unsere Elektro- und Elektronikgeräteausrüstung eh schon so viel verbrauchen? Aus ausländischen Atomkraftwerken??? E-Bikes sollte es für Menschen mit gesundheitlichen Problemen auf Rezept geben, aber bestimmt kein E-Mountainbike. Und wie heizen wir in Zukunft? Riesengroße Themen allesamt!

Wobei dies nur Teile der Salutogenese sind, die auch für mich immer wieder eine Herausforderung darstellt.

Gehen wir diese gemeinsam an, wenn Sie wollen, um die Umwelt und uns so gesund wie möglich zu erhalten!

Irmgard Deml, Weilheim

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