Showdown der Giganten

Elon Musk – Jeff Bezos – Bill Gates // Fake News – Verschwörung – Fakten

Wird die Raumfahrt zur Privatsache? (Foto: Pexels.com)
Roland Greißl, Fuchstal

Er hat es doch getan! Tesla-Chef Elon Musk hat ihn umgetauft, seinen am 5. Mai geborenen Sohn mit seiner Lebensgefährtin Claire Boucher: Er heißt nun »X Æ A-Xii« (Erklärung des Namens im Juni-OHA 2020) und ist somit konform mit kalifornischem Recht, das römische Ziffern in Namen zulässt. Die wohlklingende Aussprache soll in etwa »Xäääx« lauten – fast wie weiland der Perserkönig Xerxes …

Aber Musk hat noch mehr getan: Mit jeder der Falcon-9-Raketen seiner Firma SpaceX schickt er nicht nur 60 Satelliten für das Projekt »Starlink« ins All (bisher 480 von 12 000 bereits genehmigten), sondern er hat am 4. Juni 2020 mit seiner Raum-Kapsel Crew-Dragon die beiden Astronauten Bob Behnken und Dough Hurley mit einer Präzision auf die Raumstation ISS gebracht, die atemberaubend ist: Vollautomatisch durch Software gesteuert, statt mit Knöpfen und Hebeln nur noch mit Touchpad ausgestattet, dockten die beiden erfahrenen Astronauten an ihrem Ziel an. Für die einst so stolze Raumfahrer-Nation USA ist dies ein ganz besonderer Moment:

War man doch seit dem Ende des Space-Shuttle-Programms im Jahre 2011 von russischen Sojus-Raketen abhängig – äußerst schmerzlich für die Seele der Nation. Nun können mit einer einzigen Crew-Dragon sieben Astronauten in »komfortablen« Liegeschalen ins All geschickt werden, für kritische Fracht ist auch noch genug Platz: Draco-Schubdüsen für das Manövrieren im All und Fallschirme für die Landung nach Rückkehr der wieder verwertbaren Raketenteile sind auch an Bord. »New Space« nennt sich diese Entwicklung: Die Raumfahrt, einst militärische Hochsicherheitsangelegenheit schlechthin, ist damit in private Hände übergegangen: eine Basis für Hobby-Astronauten, für die Geld keine Rolle spielt, um einmal im Leben vom All aus einen Blick auf unseren blauen Planeten zu werfen. Hier die stolze Nation USA – dort der Schmerz der russischen Konkurrenz: Dmitri Rogosin, der Chef der russischen Weltraumagentur »Roskosmos«, gratulierte eher verhalten zu dem Erfolg. Sieht er doch die russischen Felle davonschwimmen. Für Donald Trumps Wahlkampf ist diese „kühne und triumphale Rückkehr der Helden zu den Sternen“ natürlich ein Geschenk, das er mit den Worten verbindet: „Wir werden bald auf dem Mars landen, und wir werden bald die besten Waffen haben, die man sich in der Geschichte je vorstellen konnte.“ Na also – Friede auf Erden und im All gesichert.

Aber Elon Musks Blick in die Welt der Giganten geht weiter – und trifft den Amazon-Chef Jeff Bezos, den (angeblich) reichsten Mann der Welt. Hat Musk trotz der Corona-Krise sein Raumfahrt-Programm erfolgreich durchgezogen, sind dem Online-Handel, also vor allem Amazon, gerade wegen dieser Krise unglaubliche Zuwächse entstanden: Lag der Wert einer Amazon-Aktie im August 2001 bei 10 Euro, 2010 bei 100 Euro, so ist dieser am 10. Juni 2020 durch die Corona-Krise auf 2 320 Euro (pro Stück!) gestiegen. Ja, diese Investition hat sich gelohnt.

Fehde zwischen Musk und Bezos

Das All in privaten Händen? (Foto: Pexels.com)

Elon Musk wittert hier die »Konkurrenz der Macht«: „Es ist an der Zeit, Amazon aufzuspalten, Monopole sind unrecht“, so seine Worte. Nur – sind es die Weltraum-Monopole etwa nicht? Was für ein Showdown der Narzissten der Macht!

Anlass für diese Fehde: Der scharfe Lockdown-Kritiker Musk wirft Amazon vor, dass dort ein Lockdown-kritisches Buch nicht vertrieben wurde. Eigentlicher Hintergrund ist jedoch, dass Musks Weltraumfirma »Space X« in Konkurrenz steht zu Bezos Weltraumfirma »Blue Origin« – die allerdings völlig andere Ziele hat als Space X: Zwar herrscht bei beiden das Prinzip Re­cycling bei der Wiederverwendung der Raketen; wie Musk will auch Bezos ein »Internet für alle« mit seinem Projekt »Kuiper«, für das bereits 3 000 Satelliten genehmigt sind. Aber für Bezos soll die Erde zum blauen Planeten fürs Wohnen, das All zum Ort industrieller Produktion und der Rohstoffgewinnung werden – inklusive Mond und Mars! Bezos finanziert dieses Programm völlig ohne staatliche Zuschüsse: Sein Etat dafür entspricht dem der Raumfahrer-Nation Indien. Spannende Zeiten!

Fehlt noch einer in der Reihe der Granden dieser Erde: Microsoft-Gründer Bill Gates. Nach einigen Quellen ist er mit 90 Milliarden Dollar reichster Mensch dieser Erde. Er ist das meistgeliebte Ziel vieler Gutmenschen – und das bestgehasste Ziel aller Verschwörungstheoretiker. Ursache ist die »Gates-Foundation«, die auf vielen Gebieten mitmischt – wohl nicht nur zum Segen der Menschheit. Gates Ziele sollen in der nächsten Ausgabe des OHA näher hinterfragt werden.

Roland Greißl, Fuchstal/Asch

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