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Nov 30 2017

„Unsere Heimat darf nicht zum Transit-Tal werden“

ÖDP-Kreisverband Garmisch-Partenkirchen lehnt geplanten vierspurigen Ausbau der Bundesstraße B2 mit Auerbergtunnel zwischen Eschenlohe und Oberau ab

Der ÖDP-KV GAP lehnt den geplanten vierspurigen Ausbau der Bundesstraße B2 mit Auerbergtunnel ab. In einer aktuellen Stellungnahme an die Regierung von Oberbayern nannten die Ökodemokraten das Projekt „eine weitere kostenintensive Straßenausbaumaßnahme ohne nachhaltige Problemlösung (…), letztlich zu Lasten von Mensch und Natur“.

„Unsere Verkehrsplaner irren gewaltig“, kritisierte der ÖDP-Kreisvorsitzende und Murnauer Bürgermeister Rolf Beuting. „Während eine aktuelle Studie ein Artensterben gewaltigen Ausmaßes auch in Deutschland bestätigt, während gerade der Alpenraum von der Klimaerwärmung besonders betroffen ist, während in Bayern täglich 13 Hektar Heimat unter Beton und Asphalt verschwinden, haben wir nichts anderes zu tun, als eine Straße nach der nächsten auszubauen.“ Die ÖDP sei nicht grundsätzlich gegen den Bau von Entlastungsstraßen. Diese müssten allerdings der Entlastung der Landkreisorte dienen und nicht der „Stimulation weiterer Verkehrsströme“.

Der vollständige vierspurige Ausbau der B2 zwischen dem Ende der Autobahn A95 (bei Eschenlohe) und Garmisch-Partenkirchen führt nach Ansicht der Ökodemokraten nicht zur gewünschten Verkehrsentlastung. Im Gegenteil: Die Autobahn A95 werde de facto bis zum Kreisort verlängert und als Route deutlich aufgewertet. Weiterer Verkehr werde geradezu angezogen, neue Verkehrsengpässe und Staus in Richtung Mittenwald/Zirler Berg und Grainau/ Fernpass seien zu befürchten.

Die diversen Straßenausbaumaßnahmen im Loisachtal führen nach Ansicht der ÖDP in der Summe zur Entstehung einer neuen Transitstrecke München – Italien, zu einer Alternativroute zur regelmäßig überlasteten Inntal-Autobahn samt vor-/nachgelagerter Straßen. Dies sei gemäß Alpenkonvention rechtswidrig. Die geplante Lösung sei nicht zuende gedacht; sie führe in der Konsequenz zu neuen und weiteren Straßenausbaumaßnahmen und schädige auch das wichtige wirtschaftliche Standbein Tourismus: Wer wolle schon Urlaub in einem Transittal machen?

Aus Sicht der ÖDP ist bisher nicht ernsthaft versucht worden, die Landkreisorte durch alternative Verkehrskonzepte zu entlasten. Der Landkreis brauche vor allem ein „umfassendes, integriertes Verkehrskonzept“, das einerseits auf Verkehrsvermeidung, andererseits auf eine möglichst intelligente, naturschonende und nachhaltige Verkehrsbewältigung setzt.

Die ÖDP beurteilt daher die vorliegenden Pläne als „unangemessen; sie stellen falsche Weichen und bedeuten eine Überlastung des Loisachtals“. Im konkreten Fall des Auerbergtunnels fordert die ÖDP, schonendere und nachhaltigere Lösungen als Ersatz für die beiden maroden Tunnel auf der Olympiastraße zu prüfen; auch zwei- und dreispurige Varianten (z. B. dreispurige Bundesstraße mit einer Mittelspur, die je nach Bedarf freigeschaltet werden kann) müssten in Betracht gezogen werden.

Raphael Mankau, Murnau

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