A wie … Alexa

Irmgard Deml, Weilheim

»Alexa!« – Dieser wohlklingende Frauenname ist abgeleitet von »Alexander«, was im Griechischen »Der Abwehrende« oder »Beschützer«[1] bedeutet. Wie seine »Kollegin Siri« hat allerdings das gleichnamige technische »Wesen« mit der Bedeutung dieses Namens rein gar nichts zu tun. Ganz im Gegenteil. Beide – sowie weitere technische »Innovationen« – tragen mit dazu bei, dass unsere Privatsphäre immer mehr untergraben wird.

Ehrlich gesagt möchte ich selbst keinen dieser Spione im Haus haben. Mir ist schon suspekt, dass jedermann per Internet Zugriff auf meinen PC hat, der es darauf anlegt. Und ein Handy, mit dem laufend mein Bewegungsprofil erstellt und mein Aufenthaltsort festgestellt werden kann, brauche ich auch nicht. Genauso wenig wie Kundenkarten oder das Sammeln der Punkte bei Fahrten mit der Bahncard. Glas finde ich wunderbar als Werkstoff, aber es erschreckt mich, dass wir als Menschen immer gläserner gemacht werden sollen.

Wie weit sind wir denn mit unserer Technikgläubigkeit, oder besser: -hörigkeit, schon gekommen? Wir sind doch hoffentlich selbst in der Lage, den Lichtschalter zu betätigen oder im analogen Radio den Wetterbericht anzuhören. – Das Gespür für die Wetteränderungen haben wir modernen Menschen ja fast alle ziemlich verloren.

Selbstverständlich ist es sinnvoll, dass es mittlerweile viele Produkte gibt, die alte und/oder kranke Menschen unterstützen, welche darauf angewiesen sind. Jedoch sollte das möglich sein, ohne in Überwachung auszuarten. So wie bei Wasser- und Stromzählern, die nur noch per Funk abgelesen werden sollen. Ich möchte Derartiges nicht um mich haben!!! Abgesehen von der Strahlenbelastung ist auch jedes Funknetz angreifbar. Sprich: Alle Daten, alle abgespeicherten Informationen, so wie auch Ton- und Bildaufnahmen, können nicht nur vom Anbieter abgespeichert, sondern von jedem Ganoven gestohlen werden. Im schlimmsten Fall wird hier manipuliert, was nicht nur bei Wasser- und Stromversorgung und auch dem sogenannten autonomen Fahren katastrophale Auswirkungen hat.

Seit vielen Jahren bin ich Mitglied bei »foodwatch« und diese Organisation informiert im aktuellen Schreiben darüber, dass sie und ähnlich agierende Vereinigungen vermehrt Angriffen und Drohungen nicht nur von Konzernen, sondern auch aus der Politik ausgesetzt sind. Verheerend! Wo bleibt denn hier die in der Demokratie verankerte Freiheit und vor allem die Pflicht unserer Regierenden, das Volk vor Schaden zu schützen? Monsanto ließ im Zuge des Gerangels um die Zulassung von Glyphosat geheime Listen seiner Gegner erstellen, die unter anderem sogar Adressdaten enthalten sollen …

Gruselig das Ganze. Für mich jedenfalls. Wer von Ihnen gehört denn zu den Mitmenschen, die sagen:  „Mir ist das alles egal. Ich habe nichts zu verbergen?“ Ich habe schon etwas zu verbergen, denn weder am Klo noch beim Sex würde ich sagen, dass ich nichts zu verbergen habe. Wie bei vielem Anderen in meinem Leben, das auch meines bleiben soll.

Irmgard Deml, Weilheim



Quellenangaben / Hinweise
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  1. Der große Namenstagskalender, Jakob Torsy, Hans-Joachim Kracht

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