Aus meinem Tagebuch 01/2020

Meine Amtszeit im Stadtrat ist fast zu Ende. Die Zeit am Anfang meiner fast 30 Jahre in diesem Gremium war wirklich alles andere als erfreulich. Die mir entgegengebrachte Geringschätzung des damaligen Bürgermeisters hat doch deutliche Spuren hinterlassen. Jemanden damals in der Heimatzeitung als „Mitglied einer extremistischen Gruppierung“ willkommen zu heißen, ohne konkret einen Namen zu nennen, war schon raffiniert. Seine schriftliche Antwort auf meinen Brief, wen er damit gemeint habe, war aber noch raffinierter: Er habe mich „nicht namentlich genannt“, schrieb er und ergänzte: „Wenn Sie sich trotzdem davon betroffen fühlen, so ist das Ihre Sache.“ – 1990 bekam erstmalig auch die FDP einen Sitz im Rat. Könnte es nicht sein, dass der Stadtchef damals den FDPler als „Mitglied einer extremistischen Gruppierung“ ehren wollte? Dieser Gedanke macht mir heute noch etwas Spaß!

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