Warum Waldbaden, wenn man einen Garten hat?

Der Gesundheitstipp des Monats – eine Glosse von Hans Schütz

Foto: Hans Schütz
Hans Schütz, Peiting

Waldbaden ist out, Gartenbaden ist in, so könnte man den neuesten Trend in der Wellnessbranche beschreiben.

Wer einen Garten sein eigen nennt, der muss sich zunächst nur eine möglichst antike Gartenbank aus original japanischem Kirschholz, möglichst in winterlichen Vollmondnächten geschlagen, hineinstellen. Am besten geeignet sind dafür Plätze, die man mittels Erdstrahlmessung als Kreuzungspunkt von Kraftlinien ermitteln sollte. Als zweites Zubehör dienen alte Zinkbadewannen oder Waschschäffchen, die ebenfalls an einem zentralen Kraftplatz ohne Wasseraderneinfluss im Garten einzugraben sind. Diese sollten dann mit linksdrehendem Granderwasser befüllt und mit original japanischen Koikarpfen bestückt werden. Die sind zwar pro Stück mit mehreren tausend Euro nicht ganz billig, doch das sollte einem die eigene Gesundheit schon wert sein!

Gartenbaden ist auch ökologisch extrem wertvoll. Da der Garten meist problemlos zu Fuß, das heißt also ohne die Benutzung von Verkehrsmitteln erreicht werden kann, trägt diese Form der Freizeit- und Gesundheitsaktivität nicht zur Vergrößerung des eigenen ökologischen Fußabdrucks bei und ist nachweisbar CO2-frei.

Das Gartenbaden hat in Asien eine jahrhundertlange Tradition und ist dort als Haikoiku Teil der traditionellen Heilmethoden. Empfohlen wird Gartenbaden unter anderem durch die »Deutsche Gesellschaft für Gartenbaden«, an der man sich auch zum Gartenbadecoach ausbilden lassen kann. Internationale Wellness-Experten bestätigen, dass es beim Gartenbaden um das Eintauchen und sich Einlassen auf die unmittelbare Vorgartennatur und auf die Aufnahme der besonders inspirierenden Atmosphäre im Vorterrassengebiet geht, so wie um den Perspektivenwechsel und die Fokussierung auf das innere Selbst in der Wechselwirkung zur kosmischen Vorbestimmung.

Internationale wissenschaftliche Studien belegen, dass beim Gartenbaden die Produktion der Stresshormone Adrenalin und Cortisol sowie Puls und Blutdruck signifikant gesenkt werden. Die körpereigenen Killerzellen werden dagegen deutlich aufgerüstet. Gartenbaden eignet sich somit ideal zum Entspannen, zur Stressbewältigung, zur Burnoutprophylaxe und zur Stärkung der Immunabwehr.

Bleibt noch die Frage, was tun, wenn man keinen Garten hat?

Als Ersatzorte bieten sich vor allem Parkanlagen und Friedhöfe an. Die zugegebenermaßen qualitativ abfallenden Sitzbänke sind da meist schon da und statt kontemplativ dem Koi zuzuschauen, kann man sich ersatzweise ja eine Fischsemmel mitnehmen.

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