Wie fühlst Du Dich, wenn Du nicht fair behandelt wirst? Wie fühlst Du Dich, wenn Du andere nicht fair behandelst?


Haben Sie sich das auch schon einmal gefragt, wenn Sie einkaufen gehen? Wie fair ist die Lieferkette der Produkte/Dienstleistungen, die Sie konsumieren?

Die Einhaltung von Menschenrechten und Umweltstandards in der Weltwirtschaft ist noch keine Selbstverständlichkeit. Gut, wenn Unternehmen Verantwortung für die Bedingungen entlang ihrer Lieferkette übernehmen. Freiwillig gelingt das leider vielfältig bis heute nicht.

Umweltschäden, die aus wirtschaftlichen Tätigkeiten entstehen, gefährden oftmals auch grundlegende Menschenrechte. Folgeschäden und Folgekosten werden nicht von den Verursachern getragen. Das ist nicht fair.

Mit unseren täglichen Kaufentscheidungen, ob bei der Schokolade im Supermarkt oder beim Smartphone im Online-Store, haben wir indirekt einen Einfluss darauf, wie andere Menschen leben. Staaten, Unternehmen, Verbraucher*innen, alle tragen Verantwortung beim Einkauf.

Es gibt eine bewegte öffentliche Debatte rund um ein mögliches Lieferkettengesetz. Mehr als 50 Unternehmen[1] und 101 Investment-Firmen[2] unterstützen öffentlich eine gesetzliche Regelung.

Die Bundesminister Dr. Gerd Müller und Hubertus Heil wollen Unternehmen noch in dieser Legislaturperiode mit so einem Gesetz zur Einhaltung von Menschenrechten in den Lieferketten verpflichten.

Geht nicht, gibt’s nicht!

Fair-Handels-Unternehmen stellen seit 50 Jahren unter Beweis, wie Lieferketten wirtschaftlich, sozial und ökologisch nachhaltig gestaltet werden können.

Dr. Gerd Müller in der Pressekonferenz am 14.7.2020 zum Lieferkettengesetz: „Das Besondere an dieser Jeans ist: Sie ist aus Bangladesh“, dabei fair gehandelt und mit dem »Grünen Knopf« gekennzeichnet. „Diese Jeans kostet im Einkauf 7 Euro. Ohne diese Standards kauft der deutsche Handel für 5 Euro.“ Müllers Botschaft: Faires und nachhaltiges Produzieren kostet nur 2 Euro pro Jeans.[3]

Aktuell werden Unternehmen, die nachhaltig produzieren, ökonomisch bestraft. Wenn Standards, die bei uns gelten, auch bei den Produzenten und Zulieferern verpflichtend gelten, dann kann die Produk­tion auch im Inland wettbewerbsfähiger werden. Das Lieferkettengesetz hilft Wettbewerbsgleichheit herzustellen und stellt sicher, dass wir nicht auf Kosten von anderen konsumieren.

Johanna Hentschke, Schongau





Quellenangaben / Hinweise
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  1. Initiative Lieferkettengesetz (2020): https://lieferkettengesetz.de/
  2. Business & Human Rights Resource Center (2020): https://kurzelinks.de/896s
  3. Bayerischer Rundfunk (2020): https://kurzelinks.de/cbh3

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