Zur Bekämpfung der Fluchtursachen: Deutliche Worte zur Flüchtlingskrise

Der ehemalige CDU-Bundestagsabgeordnete Willy Wimmer im Interview zur deutschen und europäischen Politik

(…) „Frau Merkel hat gesagt, wir müssen die Fluchtursachen bekämpfen. Durch die jetzt wieder beschlossenen Einsätze der Bundeswehr am Völkerrecht vorbei tragen wir ja genau zu diesen Fluchtursachen bei. Wir sind doch die Verursacher dafür, dass die Menschen, die ihre Heimat verlassen, weil sie natürlich um ihr Leben fürchten im Zusammenhang mit den Aktivitäten, hinter denen die Nato oder bestenfalls die Vereinigten Staaten stehen. Das heißt, wir tragen doch wesentlich zum Elend dieser Welt bei.

Und es gibt eine zweite Komponente, das muss man auch sagen. Hier fällt man immer über die West-Balkan-Staaten her und über die Leute, die aus diesen Staaten zu uns kommen. Es war doch die Bundesrepublik Deutschland, die zusammen mit anderen den Balkan nicht nur in einem Krieg 1999 zerbombt hat, sondern das auch als Vorwand genutzt hat, in den Jahren seither nichts zur wirtschaftlichen Erholung des Balkan beigetragen zu haben. Das heißt, wir klagen uns, wenn wir die Bundeskanzlerin anhören, selber an dafür, dass wir diese verhängnisvolle Politik gemacht haben, die die Menschen dazu veranlasst, ihre Heimat zu verlassen. Das heißt, wenn wir keine substanzielle Änderung der deutschen und der europäischen Politik bekommen, haben wir es auch nicht anders verdient. (…)“

Aus einem Interview von Ken Jebsen mit Willy Wimmer am 12. Januar 2016

[important]Willy Wimmer war 33 Jahre Abgeordneter im Bundestag und  zwischen 1985 und 1992 verteidigungspolitischer Sprecher der  CDU/CSU, danach Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister der Verteidigung, später bis 2000 Vizepräsident der OSZE.[/important]

2 Kommentare

  1. Hmm, das Interview liest sich gut, bis mensch auf den Interviewer am Ende aufmerksam gemacht wird. Ken Jebsen hat in „der“ Online-Öffentlichkeit keinen guten Ruf. Diesen Artikel vom 23. 11. 2011 hab ich auf die Schnelle gefunden. Von da aus sollten sich die weitere „Entwicklung“ dieser Person verfolgen lassen. LG, Dirk

  2. Hier der Link: http://www.taz.de/!5106871/

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