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Jan 31 2014

Studie bestätigt 7-fach erhöhtes Tumorrisiko bei Handynutzung

Schwedische Forscher fordern WHO-Eingruppierung in »krebserregend«

Die schwedische Gruppe um Professor Hardell wertete neueste Daten zur Wirkung von Handystrahlung auf das Gehirn aus.[1] Sie ergaben ein bis zu 7,7 fach erhöhtes Gehirntumorrisiko bei einer Langzeitnutzung von Handys und DECT-Telefonen von mehr als 20 Jahren. Dieses Ergebnis bestätigt nicht nur die WHO-Einstufung der nichtionisierenden Strahlung als »möglicherweise Krebs erregend« (Stufe 2B) vom Mai 2011. Professor Hardell fordert, die Mobilfunkstrahlung müsse jetzt von Stufe 2B auf »krebserregend« (Stufe 1) höhergestuft werden.

Prof. Franz Adlkofer, der die REFLEX-Studie der EU leitete, die erstmals im Labor das Krebspotenzial von GSM und UMTS nachwies, sieht sich durch Hardell bestätigt: „Die Latenzzeit von Beginn bis Ausbruch eines Tumors beträgt bei Erwachsenen in der Regel zwei bis vier Jahrzehnte. Da die Zuverlässigkeit der Risikoabschätzung mit der Dauer der Strahlenbelastung zunimmt, ist die vorliegende Studie allen bisherigen an Aussagekraft überlegen.“

Jörn Gutbier, Vorsitzender der Umwelt- und Verbraucherschutzorganisation »Diagnose-Funk«, spricht von einem alarmierenden Ergebnis und weist darauf hin, dass WLAN-strahlende Spiele, SmartPhones und Tablets bei Kindern und Jugendlichen der Renner sind. „Diese alarmierenden Ergebnisse eines renommierten Epidemiologen erfordern eine konsequente Aufklärung von Eltern, Erziehern, Kinder und Jugendlichen. Es ist kein Zufall, dass angesichts solcher Forschungsergebnisse einer der weltweit größten Rückversicherer, die Swiss Re, den Mobilfunk vor kurzem in die höchste Risikostufe eingruppierte“, so Gutbier.

Die Studie zeigt aber auch, wie abhängig inzwischen die Forschung von Industrie­interessen ist. Der schwedischen Studiengruppe um Prof. Hardell wurden für weitere epidemiologischen Studien zum Krebspotenzial der nichtionisierenden Strahlung der mobilen Kommunikation keine staatlichen Gelder mehr zur Verfügung gestellt. Deshalb haben die Pandora-Stiftung, Diagnose-Funk (Deutschland und Schweiz), Kompetenzinitiative e. V., und Gigaherz (Schweiz) eine Spendensammlung initiiert. Die gesammelten Gelder machten die nun publizierten Auswertungen erst möglich.

Quelle: Diagnose Funk

 

Quellenangaben / Hinweise


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  1. Case-control study of the association between malignant brain tumours diagnosed between 2007 and 2009 and mobile and cordless phone use. Fall-Kontroll-Studie zum Zusammenhang zwischen bösartigen Hirntumoren, diagnostiziert zwischen 2007 und 2009, und der Nutzung von Mobiltelefonen und Schnurlostelefonen. Hardell L, Carlberg M, Söderqvist F, Hansson Mild K;  Int J Oncol 2013

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