GrossEvent in Murnau: 5 G-Bürgerinitiative sorgt für Aufklärung über neue Mobilfunk-Technik

Der Vortrag von Prof. Dr. Klaus Buchner, Mitglied des EU-Parlaments, löst starkes Echo aus

Referent Prof. Dr. Klaus Buchner (2. von rechts) mit Bürgermeisterin Manuela Vanni (Peißenberg) sowie den Bürgermeistern Hubert Mangold, Grafenaschau (rechts) und Rolf Beuting, Murnau (links)
Diana Nocker, Peiting

Tagungsräume, die erweitert werden mussten, stehende Besucher, die auf den verbliebenen Quadratmetern dicht gedrängt standen wie bei einem Rockkonzert. Ein derart großes Interesse am Vortrag von Prof. Dr. Buchner hatten sich am letzten Tag im Mai weder die anwesende Presse noch die Bürgerinitiative »Stopp 5 G« selbst vorstellen können.

Knapp 500 interessierte Besucher lauschten in Murnau den informativen, brandaktuellen und mit Studien untermauerten Ausführungen des EU-Abgeordneten der ÖDP.

Das Grußwort richtete zunächst Murnaus Bürgermeister Rolf Beuting an Buchner. Er schätze die Freiheit, welche es ihm gestatte, diese Themen aufgreifen zu dürfen. Die ÖDP, für die er auch im Bezirkstag sitzt, sei die derzeit einzige Partei, welche sich ausführlich mit dem Thema 5 G befasse und daher auf dieser fundierten Grundlage auch gegen die neue Mobilfunk-Generation vorgehe.

Der ebenfalls anwesende Journalist und Filmemacher Klaus Scheidsteger wies in einem Vorwort darauf hin, dass in den USA vermehrt Prozesse gegen Mobilfunk-Betreiber anhängig seien, welche vom Ergebnis her nach augenblicklicher Prozesslage zugunsten der Kläger ausfallen würden. Ferner sei ein „Erwachen“ in der Presse und auch seiner Kollegen zu bemerken, welche mittlerweile nicht nur ausschließlich Informationen der öffentlichen Stellen kommentarlos übernehmen, sondern nach ernsthafter Recherche Kritik zu 5 G veröffentlichen würden. (Anm. der Autorin: z. B. Tagesspiegel 15.01.2019 und Bayerische Staatszeitung vom 05.04.2019)

Professor Buchner überzeugte in seinem nachfolgenden Vortrag mit Fakten und aktuellen Studien bezüglich der durch Mobilfunk verursachten Gesundheitsschäden, welche von Unfruchtbarkeit

Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom bis hin zu Gen-Deformationen und Krebs reichen. Für ungläubige Zwischenrufe und Entsetzen sorgte die Aussage, dass trotz Passus im Grundgesetz (Artikel 20a) und Verankerung in Art. 191 der EU dem Vorsorge-Prinzip hier NICHT Rechnung getragen wird. (Anm. Das Vorsorgeprinzip zielt darauf ab, trotz fehlender Gewissheit bezüglich Art, Ausmaß oder Eintrittswahrscheinlichkeit von möglichen Schadensfällen vorbeugend zu handeln, um diese Schäden von vornherein zu vermeiden. Oder, um es in den Worten des Philosophen Hans Jonas zu sagen: „Der schlechten Prognose den Vorrang zu geben gegenüber der guten, ist verantwortungsbewusstes Handeln im Hinblick auf zukünftige Generationen.“)

Auch die anschließend ausgeführten Verflechtungen zwischen dem Verein ICNIRP, der Grenzwert-Empfehlungen für Deutschland ausspricht, die im internationalen Vergleich um ein Vielfaches höher sind als in unseren Nachbarländern, und dessen Verflechtung zum Bundesamt für Strahlenschutz samt Wirtschaftslobby sorgten beim Auditorium für Fassungslosigkeit.

Die anwesenden Bürgermeister aus Grafenaschau (Hubert Mangold), Murnau (Rolf Beuting) und Peißenberg (Manuela Vanni) dürften am meisten überrascht worden sein von folgender Aussage Prof. Buchners: Nach dem Betreiber, welcher in der Regel eine GmbH ist, also eine Gesellschaft mit finanziell begrenzter Haftung, haftet der Grundstückseigner, auf dessen Grund die Basisstationen errichtet sind, für entstandene Schäden. Angesichts der Welle an Klagen, welche bereits in den USA und anderen europäischen Ländern die Gerichte überschwemmt, sei es hier nur noch eine Frage der Zeit, bis auch in Deutschland Kläger gegen die von Mobilfunk verursachten Gesundheitsschäden vorgehen würden. Im Übrigen versichere keine Versicherungsgesellschaft der Welt Strahlen- und Mobilfunk-Schäden!

In kurzen Umrissen wurde auch eine alternative Möglichkeit zur hochfrequenten elektromagnetischen Strahlung skizziert, wie sie derzeit für Mobilfunk eingesetzt wird: Es ist bereits möglich, durch Licht (insbesondere unsichtbare Infrarotwellen) sogar noch schnellere und größere Datenmengen zu bewältigen als mit der hochgelobten 5 G-Technologie. In einigen Modellschulen Württembergs wird dies bereits praktiziert und eine bayrische Firma ist aktuell mit der Entwicklung der Lichtkommunikation befasst. Von dieser Lichttechnologie sei nach aktuellem Wissensstand keine Gesundheitsschädigung wie bei Mobilfunk-Frequenzen zu erwarten.

Aufgrund vieler Nachfragen aus dem Publikum dauerte die Veranstaltung mehr als eine Stunde länger als geplant und es bleibt anzunehmen, dass sich der Widerstand gegen die Entscheidung der Bundesregierung hinsichtlich 5 G vermehrt formieren wird. Die bereits bestehende Bürgerinitiative setzt sich aktuell aus 90 Mitgliedern der Landkreise Weilheim-Schongau, Landsberg am Lech, Garmisch-Partenkirchen und Bad Tölz zusammen.

Diana Nocker, Peiting

Hinweis: Der gesamte Vortrag von Prof. Buchner steht inzwischen auf der Webseite der Bürgerinitiative als Film zur Verfügung: https://stoppt-5g.jetzt/

„Kommunen können per Gesetz den Ausbau des Mobilfunks nicht verhindern.“ (…) „Ich finde, wir sollten dem Thema mit einer gewissen Grundhaltung begegnen, dass man mit Menschen keine Feldversuche durchführt, ohne auf die möglichen Risiken hingewiesen zu haben.“

Rolf Beuting, Bürgermeister von Murnau in seinem Grußwort zu Beginn der Veranstaltung

„Die Bürger haben ein Recht auf Unversehrtheit. Deshalb müssen wir für eine verträgliche Technologie sorgen. Die Gesundheitsvorsorge muss absoluten Vorrang vor den Interessen und dem Profit der Industrie haben.“ (…) „Wer in der Demokratie schläft, wird in der Diktatur aufwachen.“

Prof. Dr. Klaus Buchner, ÖDP-Abgeordneter des Europäischen Parlaments

1 Kommentar

  1. Die Wale machen es uns gerne vor, wie »man« über Weltmeere hinweg redundanzfrei und ohne Verluste an Informationen mit Vibes kommunizieren kann.
    Und wir Menschen »entwickeln« eben gerne etwas weiter, was von Anfang an schon Schrott (z. B. die mobile Kommunikation…die qualitativ schlechter ist wie jedes kabelgebundene Festnetz…) war, aber viel Geld bringt und der Kommunikation im zwischenmenschlichen und interkulturellen Bereich nur weiteren Schaden – nicht nur für unsere Gesundheit – beschert und anrichtet.
    Rainer Meier, Seehausen am Staffelsee

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