Rettet den Rundfunk

Der öffentlich-rechtliche Rundfunk (ÖRR) gerät zunehmend unter Beschuss. Neben seiner Kommerzialisierung steht vor allem sein Journalismus im Fokus der Kritik.

»Kampagnenähnliche Berichterstattung und Uneinsichtigkeit« verärgern gerade die Teilnehmer, die sich grundsätzlich für die Erhaltung der für die Demokratie so wichtigen Einrichtung einsetzen. Kritiker werden dort oft ignoriert oder ihre Argumente undifferenziert in die Nähe von »Verschwörungstheorien« gerückt. Das musste auch der Herausgeber der NachDenkSeiten[1], Albrecht Müller bei einer Radio-Podiumsdiskussion[2] am 30. Januar erfahren, als er den Umgang des ÖRR mit der Rentenprivatisierung kritisierte. Auf den Applaus der Podiums-Gäste für Herrn Müller reagierte die Rundfunk-Journalistin offensichtlich verärgert. Zustimmung bekam er aber auch in zahlreichen Leserbriefen[3]. Anderen ist es mit ihrer Kritik an der einseitigen Auslandsberichterstattung des ÖRR (z. B. zu Syrien) ähnlich ergangen. Warum?

Das Dilemma: Während sich die Rundfunk-Journalisten nach eigenen Angaben „der Wahrheit verpflichtet fühlen“, entlarvte der Journalist Paul Schreyer[4] kürzlich deren Umfeld als „Die größte Blase aller Zeiten“, in der sie im Gleichklang mit den privaten Printmedien gefangen seien. Er belegt das mit dem moralischen Verfall der großen Nachrichtenagenturen, deren Nachrichten von allen oft unkritisch weiterverbreitet werden. Diese Agenturen sind heute das Eigentum von Milliardären und es wäre davon auszugehen, dass sie für eigene oder politische Interessen missbraucht werden (das ist nicht nur in Russland so). Allem, was sich außerhalb dieser »Schutz«-Blase befindet, wird misstraut. Das Phänomen eines solchen kampagnenähnlichen, ideologischen Gleichklangs hat der amerikanische Philosoph Noam Chomsky 1988 in seinem Buch »Manufacturing Consent«[5] beschrieben.

Liebe Leser, falls auch Sie sich ärgern über die Inhalte des ÖRR (ARD, BR), schalten Sie bitte nicht ab! Ergreifen Sie Ihr demokratisches Recht zur Kritik und überschwemmen Sie die Briefkästen der bayerischen Rundfunkrät*Innen[6] mit Ihrem Protest. Diese sind als Volksvertreter zuständig für die Kontrolle unseres ÖRR. Nur mit großer Solidarität könnte der fatale »Ignoranz-Virus« bekämpft werden.

Die oben erwähnte Radio-Sendung ist zur eigenen Beurteilung in der WDR-Mediathek, abrufbar.

Siegfried Klar, Weilheim








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