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Jan 31 2016

Indonesien brennt – für Dieselmotoren

500 quadratkilometer Regenwald vernichtet für deutschen Biodiesel aus Palmöl

Im Regenwald-Report Nr. 4/15 (Magazin von Rettet den Regenwald e. V.) wird geschildert, wie deutscher Bedarf an Biosprit die Regenwälder Indonesiens vernichtet. „Seit mehr als drei Monaten brennen die Regenwälder in Indonesien – vor allem um Platz für neue Ölpalmplantagen zu schaffen“, so beginnt eine Petition an Bundeskanzlerin Merkel, mit der gefordert wird, die fatale Biosprit-Politik zu beenden.

Allein in Deutschlands Dieselmotoren verbrannte im Jahr 2014 eine Menge von 140.000 Tonnen Palmöl – dafür verbraucht man etwa 500 Quadratkilometer Palmölplantagen. Mit jeder Tankfüllung tragen wir also dazu bei, dass Regenwälder gerodet und verbrannt werden.

Palmöl in Zahlen

Aktuell wachsen Ölpalmen weltweit auf mehr als 21 Millionen Hektar – das entspricht fast der Fläche Großbritanniens. Zum Gedeihen benötigen Ölpalmen ständig sehr hohe Temperaturen und Niederschläge. Bedingungen, wie sie nur in den tropischen Regenwaldgebieten herrschen.

Palmöl weltweit

Die Jahresproduktion von Palmöl liegt bei 62 Millionen Tonnen. Es ist das meistproduzierte und meistgehandelte Pflanzenöl der Welt. Der durchschnittliche jährliche Ertrag von Ölpalmen liegt bei zirka drei Tonnen Palmöl pro Hektar.

Palmöl in Deutschland

Die Bundesrepublik importierte 2014 rund 1,25 Millionen Tonnen Palmöl – das sind etwa 15 Kilogramm Palmöl pro Einwohner. Für die gesamten deutschen Palmölimporte beträgt die Anbaufläche etwa 420.000 Hektar (= 4.200 km2). Dies entspricht der 4,5-fachen Fläche Berlins.

Verwendung von Palmöl

2014 flossen 140.000 Tonnen in die Produktion von Biodiesel, 62.000 Tonnen verbrannten in Blockheizkraftwerken und 1,05 Millionen Tonnen gingen in die Lebensmittel- und Chemieindustrie.

Palmöl in deutschen Dieseltanks

Für die Herstellung von Biodiesel werden Ölpalmplantagen benötigt, die der eineinhalbfachen Fläche Münchens entsprechen.

 

 

 

Für Stupid Unnecessary Vehicle-Fans und sonstige Autofreaks

Lobby fordert »billigen« Sprit für Dieselmotoren

GLOSSE von Sigi Müller

Da kriegen vernünftige Politiker und Behörden gleich gehörig eine auf die Mütze. Denn wer es wagt, eine Erhöhung der Diesel-Steuer-Sätze (wegen zu viel NOx?) zu fordern, wird in den Kommentaren der Leitartikelschreiber gleich zum »Provokateur« und der offenbar geplante »Feldzug« des Bundesumweltamtes für ein baldiges Verbot von Diesel unter Euro-6-Norm in den Innenstädten sei »ohne Augenmaß«. Dass Diesel und Benzin jetzt endlich billiger werden, sollte man den Autofahrenden im Allgemeinen und Pendlern im Besonderen doch einfach mal gönnen, denn sie werden ja wie die Milchkühe durch »Vater Staat« schon genug gemolken. Kurzum: alles spricht für billigen Biosprit. Mit Diesel, dieser „hoch effizienten Kraftquelle“, will Verkehrsminister Dobrindt ja sogar die Klimaziele erreichen.

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